Frank Schmidt zog seinen Hut vor den eigenen Fans. Statt mit Pfiffen oder gar ausufernder Wut reagierten Heidenheims Anhänger mit einem Schulterschluss auf den feststehenden Abstieg. Minutenlang feierten sie ihr Team, das sich trotz vieler leerer Gesichter gebührend vor der eigenen Kurve aus der Bundesliga verabschieden konnte. Entsprechende Anerkennung fand die Unterstützung bei Trainer Schmidt, der später noch Worte in Richtung der Fans richtete.
„Dieser Moment, in dem wir zusammen mit der Mannschaft zu unseren Fans sind und da werden Fahnen geschwenkt und da wird sowas gesagt wie: ‚Wir sind stolz auf euch, weil ihr alles gegeben habt‘. Und das in dem Moment, in dem man absteigt. Da kann ich mich bei jedem Einzelnen bedanken“, sagte Schmidt bei DAZN und richtete noch eine Botschaft ans ganze Land: „Das ist ein Zusammenhalt, den es nicht an vielen Standorten gibt und den wir auch im Großen in unserem Land ganz gut gebrauchen könnten.“
Großen Respekt zeigte wenige Momente zuvor auch Gegner Mainz 05. Die Mainzer standen auf dem Weg zu den Fans Spalier für das enttäuschte Heimteam – eine Szene mit Seltenheitswert im Fußball. Sie zeigt, welche Anerkennung sich die Heidenheimer in den vergangenen drei Jahren mit ihren geringen Möglichkeiten in der Liga erarbeitet haben.
Frank Schmidt verabschiedet sich von den Fans – er wird auch in Liga zwei Trainer bleibenDer Weg für den Fußball-Zwerg aus Baden-Württemberg führte als Aufsteiger direkt in die Conference League. In der vergangenen Saison konnte Heidenheim den Abstieg gerade noch in der Relegation gegen den SV Elversberg verhindern. Darauf hoffte das Team von Frank Schmidt auch in der dritten Bundesliga-Saison. Diesmal aber kam die Aufholjagd zu spät.
„You'll Never Walk Alone“ am Millerntor
Zwar hat sich Heidenheim aus der schier aussichtslosen Situation noch einmal befreit und allein von Spieltag 30 bis 33 sieben Punkte auf den Relegationsrang 16 gutgemacht. Das ganz große Wunder blieb am Ende aber aus, Heidenheim verlor 0:2 gegen Mainz.
„Wir sind nicht heute abgestiegen, sondern wir haben für die gesamte Saison einfach nicht die Leistung gebracht, um am Ende dafür infrage zu kommen, die Klasse zu halten. Aber was positiv ist, und das haben wir uns auch vor ein paar Wochen gesagt, dass wir uns aufraffen. So wie man sich verabschiedet, so macht man auch weiter. Und wir haben es geschafft, nochmal eine gewisse Euphorie hervorzubringen und um diesen Relegationsplatz zu kämpfen. Das ist etwas, worauf wir stolz sein können“, sagte Heidenheims Kapitän Patrick Mainka.
Den Gang in die zweite Liga ebenfalls antreten muss der FC St. Pauli. Auch am Hamburger Millerntor reagierten die Fans beinahe trotzig auf den Abstieg. Während auf dem Platz Trauer herrschte, stimmten die Zuschauer ihre Hymne „You'll Never Walk Alone“ an und stemmten die Schals in die Höhe. Es waren beeindruckende Szenen. St. Pauli verlor im Endspiel um die Relegation 1:3 gegen den VfL Wolfsburg.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke