Es wird ein Wochenende voller Bierduschen, Feierlichkeiten und Abschiede. Nach seinem Heimspiel gegen den 1. FC Köln an diesem Samstag (15.30 Uhr, im Liveticker auf WELT.de) bekommt der FC Bayern die Meisterschale überreicht. Den Münchnern ist der Titel bereits vor diesem letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga nicht mehr zu nehmen.
Für Leon Goretzka wird es das letzte Heimspiel im Trikot des Rekordmeisters sein. Der Nationalspieler verlässt den Klub nach acht Jahren und wird möglicherweise zum AC Mailand wechseln. Trainer Vincent Kompany verriet Freitagmittag auf einer Pressekonferenz in der Klubzentrale an der Säbener Straße, dass Goretzka gegen Köln von Beginn an spielen wird.
Die Mitspieler, Klubbosse, Fans und Klubmitarbeiter werden Goretzka verabschieden. „Ich freue mich sehr auf das Wochenende!“, sagte Kompany. Er lobte Goretzka: „Das hat er sich über viele Jahre durch seine Leistung verdient mit diesem Verein. Alles hat ein Ende, das ist diesmal so für Leon. Für die anderen Spieler kommt das auch irgendwann, da kann man sich seine Bühne verdienen.“
WELT fragte den Trainer: Wie zufrieden ist er mit der Entwicklung seiner Mannschaft in seiner zweiten Bundesligasaison mit den Bayern? „Wir haben viel gewonnen, viele Emotionen gehabt und viele Spieler haben sich entwickelt“, antwortete der 40-Jährige. „Die, die dazugekommen sind, haben uns stärker gemacht: Lucho Díaz oder Lennart Karl. Die haben uns etwas extra gegeben, das ist eine gute Entwicklung.“ Mit Blick auf die neue Saison betonte er: „Die Latte ist sehr, sehr hoch – und es bleibt das Ziel, dass wir uns auch nächstes Jahr wieder entwickeln wollen.“
Max Eberl saß neben Kompany auf dem Podium. Der Sportvorstand sagte rund eine Woche vor dem DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart: „Den Pokal haben wir sechs Jahre nicht geholt, das Double wollen wir unbedingt holen. Wir haben zahlreiche Rekorde gebrochen. Für den FC Bayern haben so viele große Spieler, große Mannschaften gespielt, das ist schon besonders.“
Nach der vergangenen Saison habe der Klub „Stabilität gewonnen, den Campus involviert, wir haben uns weiterentwickelt. Wir sind stolz darauf, was wir geleistet haben. Was wir erreicht haben, speziell in der Bundesliga, ist schon sehr besonders“.
Der FC Bayern scheitert im Champions-League-Halbfinale an Paris St. Germain. Im Rückspiel erreichten die Münchner lediglich ein 1:1 gegen den Titelverteidiger. Der Frust auf Schiedsrichter Joao Pinheiro ist groß. Das kann BILD-Fußballchef Christian Falk nachvollziehen, sagt aber ebenso: „Der FC Bayern hatte nicht seinen besten Tag.“Kompany wurde auch zu einer möglichen WM-Teilnahme seines Torwarts Manuel Neuers gefragt. Es heißt, Julian Nagelsmann beschäftige sich mit der Option. Dem Vernehmen nach erwägt der Bundestrainer auf der Torhüterposition doch noch ein Umdenken zugunsten Neuers, der nach der EM 2024 in Deutschland seine Nationalelf-Karriere beendet hatte.
„Ich habe in Gedanken immer den Bundestrainer, der den vollen Druck hat, den Kader für die WM zusammenzustellen. Ich möchte ihn in Ruhe seinen Kader bauen lassen“, sagte Kompany. „Ich möchte mich nicht in die Kaderzusammenstellung einmischen von Ländern, die zur WM fahren. Aber ich schätze meine Spieler, das ist wichtig.“
Neuer wird zum 13. Mal die Meisterschale in den Händen halten
Grundsätzlich sagte Kompany über Neuer: „Der FC Bayern ist Deutscher Meister und wir haben den besten deutschen Torwart. Mehr muss man dazu nicht sagen.“ Damit habe er beantwortet, was Neuer „für mich, für uns, für diesen Verein geleistet hat“.
Neuer wird gegen Köln von Beginn an spielen, so der Belgier. „Ich weiß, es mag emotional sein, weil es Köln ist. Aber Jonas wird noch oft genug die Chance bekommen, gegen Köln zu spielen“, sagte Kompany über Ersatzmann Jonas Urbig, der vor seinem Wechsel nach München für den 1. FC Köln spielte.
Jonas Urbig (l.) soll Manuel Neuer langfristig beim FC Bayern als Stammtorwart beerbenAuch Eberl sprach über die Situation auf der Torhüterposition. „Bisher hatten wir eineinhalb Jahre eine besondere Konstellation mit Manu und Ulle (Sven Ulreich, die Redaktion), der immer da war, wenn wir ihn gebraucht haben. Und mit Jonas Urbig haben wir ein großes Talent. Was wir uns vorgestellt haben, ist eingetroffen: eine offene Kommunikation unter den Keepern.“
Eberl lobte Urbigs Entwicklung und Leistungen. „Er wurde reingeworfen in der vergangenen Saison im Achtelfinale der Champions League – und hat geliefert. Wir haben eine Situation, in der wir einen Torhüter entwickelt haben, obwohl wir einen Welttorhüter in den Reihen haben. Das ist eine herausragende Konstellation.“
Auch Eberl sieht Neuer nach wie vor auf allerhöchstem Niveau: „Manu ist top. Wenn man sieht, wie er in der Champions League agiert, dann ist das schon sehr besonders.“
Neuer wird nach dem Spiel gegen Köln zum 13. Mal die Meisterschale in Händen halten. Er ist damit Spieler-Rekordmeister neben seinem ehemaligen Kollegen Thomas Müller, der inzwischen in Vancouver spielt.
Julien Wolff ist Redakteur im Sportkompetenzcenter. Er berichtet für WELT seit vielen Jahren über den FC Bayern, die Nationalmannschaft sowie über Fitness-Themen.
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