In Newcastle avancierte Nick Woltemade vergangenen Herbst schnell zum Publikumsliebling. Kein Wunder, erzielte der Ende August für 75 Millionen Euro vom VfB Stuttgart gekommene Stürmer vier Tore in seinen ersten fünf Premier-League-Spielen. Newcastle und Woltemade: Das schien auf Anhieb zu passen.

Bis Weihnachten gingen neun Treffer und zwei Assists auf das Konto des 1,98-Meter großen Angreifers. Seinen sportlich erfolgreichen Start, aber auch die offene und herzliche Art abseits des Platzes goutierten die Fans auf der Insel mit einem eigens für ihn komponierten Woltemade-Fangesang. Mittlerweile hat sich der Wind im rauen Nordosten Englands gewaltig gedreht.

Die Anhänger feiern Woltemade zwar immer noch, seit dem Jahreswechsel traf er in 24 Spielen aber nur ein einziges Mal. Wohl auch, weil Trainer Eddie Howe ihn über mehrere Wochen auf einer deutlich defensiveren Position im Mittelfeld und nicht mehr im Sturmzentrum aufbot.

Schwieriges Verhältnis: Eddie Howe (r.) mit Nick Woltemade

Zuletzt ließ der Coach seinen Angreifer mehrfach nur noch auf der Bank schmoren. Die Beziehung der beiden ist abgekühlt. Nach „Sport Bild“-Informationen ist Woltemade mit seiner momentanen Rolle unzufrieden. Howes Ton ihm gegenüber wird zudem rauer. Kürzlich gab der Übungsleiter öffentlich zu Protokoll, dass die hohe Ablösesumme für Woltemade keine Stammplatzgarantie beinhalte.

In den vergangenen Spielen setzte Howe stattdessen lieber auf den schnellen und dribbelstarken Anthony Gordon, an dem der FC Bayern interessiert ist. Doch auch wenn der englische Nationalspieler den Klub im Sommer tatsächlich verlassen sollte, hieße das nicht, dass sich Woltemades Situation zwingend verändern würde. Woltemade selbst möchte sich davon nicht beirren lassen. Sein Fokus gilt dem Saisonendspurt und der Weltmeisterschaft.

Woltemade ist bei der WM als Havertz-Ersatz eingeplant

Ein entspannteres Verhältnis pflegt Woltemade zu Julian Nagelsmann. Der Austausch mit dem Bundestrainer erfolgt regelmäßig und ist von gegenseitigem Vertrauen geprägt. Wie auch den anderen DFB-Spielern eröffnete Nagelsmann Woltemade Ende März in einem persönlichen Gespräch seine vorgesehene Rolle bei der WM: Demnach sei er im Sturm als Back-up von Kai Havertz eingeplant.

Daran soll auch Woltemades derzeitige Situation in Newca­stle nichts ändern. Auch, weil der ehemalige Bayern-Trainer weiß, dass er es Woltemade und dessen vier Toren in den letzten drei Qualifikationsspielen gegen Nordirland (1:0), Luxemburg (2:0) und die Slowakei (6:0) zu verdanken hat, dass Deutschland nicht in die WM-Play-offs musste.

Für Woltemade ist die WM in den USA, Kanada und Mexiko das erste große Turnier mit der Nationalmannschaft. Auch deshalb möchte er bis dahin keinen Staub aufwirbeln, sondern seine Situation im Verein akzeptieren.

Wie angespannt die Lage in England tatsächlich ist, veranschaulichte ein Vorgang Ende April. Nachdem Reporter Luke Edwards, dem ein enges Verhältnis zu Newcastle-Trainer Howe nachgesagt wird, einen kritischen Artikel über Woltemade veröffentlicht hatte, wollten zahlreiche englische Medien bemerkt haben, dass der Offensivstar als Reaktion seinen Klub aus seiner Instagram-Bio gelöscht habe.

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Nach „Sport Bild“-Informationen hatte Woltemade aber schon vor Erscheinen des Artikels nicht nur Newcastle von seinem Social-Media-Kanal entfernt, sondern gleichzeitig auch den DFB und seinen Sponsor Adidas. Seine Instagram-Bio ziert jetzt nur noch eine Verlinkung zum Profil „whoisjaraff“. Das Löschen war also kein Affront gegen seinen Verein, sondern vielmehr eine Werbeaktion für einen von Woltemade betriebenen Zweit-Account. Dieser dreht sich vor allem um den modischen Geschmack des DFB-Stars.

Fest steht aber auch: Sollte sich an Woltemades Situation in Newcastle nach der WM nichts ändern, wird sich der Torjäger verstärkt Gedanken über seine Zukunft und auch einen Vereinswechsel machen. In den vergangenen Wochen ploppten immer wieder Gerüchte über ein mögliches Interesse von Borussia Dortmund, Atlético Madrid und Aston Villa auf. Kontakt zu einem dieser Klubs gab es bislang aber nicht.

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