Am Ende eines kräftezehrenden Laufs hat es nicht gereicht. Arda Saatçi ist nach 600 Kilometern in 123 Stunden und 21 Minuten in seinem Ziel im US-Bundesstaat Kalifornien angekommen. Das Vorhaben, die Strecke in 96 Stunden zu bewältigen, hat der deutsche Extremsportler damit deutlich verfehlt.
Dennoch nimmt er eine Menge mit aus dem Versuch. Im exklusiven Gespräch mit WELT gibt Saatçi nun Auskunft über…
…seinen schönsten/epischsten Moment:
„Es gab zwei sehr schöne Momente. Einmal den Moment, als ich realisiert habe, dass der letzte Tag angebrochen ist – als ich gemerkt habe: Krass, ich habe wirklich diese ganzen schweren Momente überstanden, und jetzt geht es auf die Zielgerade. Es gibt immer einen Weg, irgendwie weiterzumachen! Und klar, das Eis mit Mama im Ziel, weil Muttertag war.“
…den allerletzten Kilometer:
„Das war wie in einem Film. Ich hatte komplett Gänsehaut am ganzen Körper und habe versucht, so viel von dieser Energie aufzuschnappen, wie es nur geht.“
…das erste Essen und Trinken danach:
„Irgendwie habe ich Bock auf ein richtig leckeres Stück Fleisch, weil ich in den letzten Tagen stark darauf verzichtet habe. Ein geiles Steak mit ein bisschen Gemüse und Kartoffeln – und dazu Donuts und Eis.“
Pure Freude: Arda Saatçi nach seiner Ankunft…die 600 Kilometer im Zeitraffer: Wie hat es sich angefühlt?
„Es war – wie die Strecke – ein Rollercoaster. In einem Moment dachte ich, ich fliege, im nächsten habe ich mich gefragt, was ich hier eigentlich gerade mache. Von einer Minute auf die andere bekommst du von den Gegebenheiten gefühlt eine Backpfeife – einfach durch das, was die Strecke abverlangt hat. Es war auch sehr heiß, der Asphalt hat geglüht, doch wir haben uns durchgekämpft. Für mich war klar: Egal, wie lange ich brauchen werde, ich komme ins Ziel. Es gab für mich keine andere Option. Egal, wie krass die Schmerzen werden, ich beiße mich durch.“
…das, was er aus diesem Projekt mitnimmt und gelernt hat:
„Dass meine Schmerzresilienz noch viel höher ist, als ich gedacht habe. Und dass sich mein sportlicher Horizont nochmal vervielfacht hat. Dass ich noch mehr nach den Sternen greifen und schauen möchte, wo es noch hingeht.“
...die Unterstützung:
„Ich fühle mich sehr geehrt. Ich versuche wirklich, so dankbar wie möglich dafür zu sein und jeden Moment zu genießen. Ich konnte sprichwörtlich kaum noch reden – da hat es mir kurz den Stecker gezogen, weil ich so überwältigt war. Damit habe ich gar nicht gerechnet. Ich bin zutiefst dankbar und sehr froh darüber.“
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