Der Weltkonzern Adidas wird nach WELT-Informationen „Zukunftspartner“ der Deutschen Fußball-Liga (DFL) – und stellt der Bundesliga ein Darlehen von 100 Millionen Euro zur Verfügung. Das DFL-Präsidium mit Boss Hans-Joachim Watzke hat dem Vertrag mit Adidas – acht Jahre Laufzeit – bereits einstimmig zugestimmt. Darüber hat die DFL heute ihre 36 Klubs informiert.
Die 100 Millionen Euro stellt der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach für die nachhaltige Weiterentwicklung der Bundesliga bereit, sie fließen nicht in die Kassen der Klubs. Diese können aber frei über die Verwendung des Geldes durch die DFL entscheiden, um es in Zukunftsprojekte im Rahmen der Zentralvermarktung zu investieren. Dazu gehören etwa der Schutz vor Piraterie zulasten der Pay-TV-Partner, eine bessere Übertragungstechnik sowie die Themen Digitalisierung und Internationalisierung, also das Ankurbeln der TV-Auslandsvermarktung (aktuell rund 200 Mio. Euro pro Saison).
Die einzige Bedingung, die Adidas stellt: Es können pro Jahr maximal 20 Millionen Euro abgerufen werden.
Neuer Spielball ab der Saison 2026/27
Adidas bietet der DFL einen sehr guten Zinssatz von 1,5 Prozent. Nehmen die Klubs das Darlehen in Anspruch, müssten sie deutlich weniger als die 100 Millionen Euro plus Zinsen zurückzahlen. Denn das Darlehen wird verrechnet mit Kooperationsgeschäften: Adidas stellt ab der Saison 2026/27 den offiziellen Spielball der Bundesliga. Der ursprünglich über vier Saisons laufende Ball-Vertrag wurde vorzeitig auf acht Jahre ausgeweitet. Dem Vernehmen nach kassiert die Liga fünf Mio. Euro pro Saison, macht insgesamt 40 Mio. Euro.
Darüber hinaus liefert Adidas auch den Spielball in der neuen U21-Bundesliga, die diesen Sommer mit den Talenten der 36 Profiklubs unter dem Namen „Bundesliga Talent Series“ an den Start geht.
Außerdem stellt Adidas künftig die Ball-Trophäe, die nach jedem Spiel an den von den Fans per Bundesliga-App gewählten „Man of the Match“ vergeben wird.
Kapitalbedarf für eine Weiterentwicklung besteht bei der DFL seit dem Anfang 2024 nach massiven Fan-Protesten geplatzten Investoren-Deal über eine Milliarde Euro mit dem Finanzunternehmen CVC aus Luxemburg. Nach WELT-Information initiierte DFL-Geschäftsführer Marc Lenz damals Gespräche mit mehreren Dax-Konzernen. Im Sommer 2024 waren Lenz und Watzke erstmals bei Adidas zu einem Gespräch mit Vorstandschef Björn Gulden (60). Dies war der offizielle Start für Verhandlungen der beiden Geschäftsführungen.
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Für Adidas ist die Partnerschaft mit der DFL der nächste Coup seit dem Verlust der DFB-Nationalmannschaften nach 77 Jahren an den US-Konkurrenten Nike (ab 1. Januar 2027 bis Ende 2034). Zuvor hatte sich Adidas schon den FC Liverpool, Eintracht Frankfurt (Ausrüster seit 2025/26; beide vorher Nike) und den 1. FC Köln (ab 2026/27; bisher Hummel) geangelt. Außerdem investiert Adidas weiter in der Formel 1 als neuer Partner von Red Bull Racing (ab 2027).
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