Die Bayern spielen nur noch mit der Bundesliga. 0:3 in Mainz zur Pause mit einer krassen B-Mannschaft. 4:3 am Ende, weil später mit Musiala, Kane und Olise die großen Jungs mitmachen durften.
Es war eine verständliche Schonzeit für Stars. Wenn man am Mittwoch zuvor das Pokalfinale erreicht hat und am folgenden Dienstag im ersten Champions-Halbfinale in Paris (21.00 Uhr, im Sport-Ticker der WELT) den nächsten Triple-Schritt machen will – dann darf man es in der Liga lockerer angehen lassen.
Nur: Kompanys Erste-Halbzeit-Kindergarten mit Senior Goretzka als Kapitän reicht nicht.
Bei Tuchel kann sich der FC Bayern nicht erkundigen
Für Max Eberl ist das wilde Spiel ein Arbeitsauftrag. Ein Backup, eine Edel-Ergänzung für die Offensive, muss her. Anthony Gordon von Newcastle United ist eine gute Idee. 25 Jahre jung, aktuell drittbester Torschütze der Champions League (zehn Treffer in zwölf Spielen), englischer Nationalspieler bei Thomas Tuchel.
Schade, bei dem kann sich Eberl nicht nach Gordon erkundigen. Zwischen Bayern und Tuchel herrscht so viel Harmonie wie zwischen Trump und dem Papst ... Und es gibt noch einen anderen Haken: Newcastle ruft 75 Millionen Ablöse für Gordon auf. Dummerweise in Pfund. Also 86 Millionen Euro.
Übrigens: Der Direktor von Gordons Beraterfirma heißt Gordon mit Vornamen. Er trägt den Nachnamen Stipic-Wipfler, ist Deutscher und kommt aus Karlsruhe. Ob das hilft?
Falls der Gordon-Transfer klappt, falls Kane und Neuer verlängern (was inzwischen alle erwarten) – dann hätte auch der Eberl Max einen neuen Vertrag über 2027 hinaus verdient. Immerhin sind ihm mit Olise und Diaz bereits zwei England-Glücksgriffe gelungen.
Die Herren Hainer, Hoeneß und Rummenigge vom Aufsichtsrat sollten dann vorsichtig darüber nachdenken, ihrem manchmal etwas eigenwilligen Sportvorstand Vertrauen zu gewähren.
Die Luxusprobleme der Bayern hätten alle anderen gern.
Zum Beispiel Frankfurt. Die Europa-League-Teilnahme ist theoretisch möglich, praktisch futsch. Der Trainerwechsel von Toppmöller zu Riera war eine Nullnummer. Der wortgewaltige Spanier hatte angekündigt, dass die Spieler für ihn vom Balkon springen würden, wenn er das fordert. Am Ende springt wohl nur Riera – über die Klinge. Und fällt bei einem Rauswurf weich ins Bett der Abfindung.
Die Europa-League-Probleme von Eintracht hätten andere gern.
Für Köln und besonders für St. Pauli wird es nach ihren Pleiten immer dramatischer. Zumal Heidenheim von unten Druck macht. Die Untoten von der Schwäbischen Alb. Eigentlich für beerdigt erklärt, saugen sie die Punkte weg. Trainer Frank Schmidt als der sympathische Graf Dracula des Abstiegskampfs.
Zum guten Schluss noch eine Würdigung. Auch wenn es schon vier Tage her ist: Dem Stuttgarter Stürmer Tiago Tomás gebührt der Dank für das künstlerisch wertvollste Tor des Jahres. Sein Hacken-Treffer im Pokal-Halbfinale war feinsinnig.
Oder besser: Beinsinnig. Bitte sehr, eine neue Wortschöpfung für die Freunde des schönen Fußballs.
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