Fans der deutschen Fußball-Nationalmannschaft erwartet bei der WM eine weitere Kosten-Explosion. Der Preis für die Zugfahrt von New York zum WM-Stadion in New Jersey, in dem die DFB-Auswahl ihr drittes Gruppenspiel bestreitet, steigt während des Turniers um rund das Zwölffache. Statt wie üblich 12,90 Dollar für die Hin- und Rückfahrt verlangt die Betreibergesellschaft 150 Dollar für den Trip, das sind umgerechnet 127 Euro.
Unter der Woche war in einem Bericht des Sportportals „The Athletic“, das zur „New York Times“ gehört, noch davon ausgegangen worden, dass die Betreibergesellschaft New Jersey Transit die Kosten für den Tripp (Hin- und Rückfahrt) nur (sic!) „auf mindestens 100 Dollar“ anhebt. Eine Fahrt von der New Yorker Penn-Station ins MetLife Stadium der New York Giants und New York Jets dauert rund 20 Minuten. Es gibt keine Ermäßigungen für Kinder, behinderte Menschen oder Rentner.
Als höchstrangiger US-Volksvertreter hatte nach dem Bericht Chuck Schumer das Wort ergriffen. Der Minderheitsführer der Demokraten im Senat schrieb auf X: „Die Fifa wird bei der WM fast elf Milliarden Dollar einnehmen, doch Pendler und Anwohner in der Region New York sollen die Rechnung bezahlen.“ Es sei das Mindeste, dass der Verband sicherstelle, dass Fans ohne „überhöhte Preise“ ins Stadion gelangen könnten. „Ich fordere die Fifa auf, die Transportkosten für die Austragungsstädte und -staaten zu übernehmen“, postulierte der 75-Jährige.
„Willkürlich festgelegt Preise“, kritisiert die Fifa
„Das ist keine Preisabzocke. Wir versuchen buchstäblich, unsere Kosten zu decken“, sagte Geschäftsführer Kris Kolluri von NJ Transit. Die Organisation des Transports der Fußballfans werde rund 62 Millionen Dollar kosten, davon seien durch Zuschüsse nur 14 Millionen gedeckt. Den Rest müsse sich das Nahverkehrsunternehmen von den rund 40.000 Fans holen, die voraussichtlich zu jeder Partie per Bahn zum Stadion fahren.
Mit dem eigenen Auto anzureisen, ist keine Alternative. Es gibt während der WM auf Geheiß des Weltfußball-Verbandes Fifa hin nahezu keine öffentlichen Parkplätze am Stadion. Auch Shuttlebusse sind teuer. In der Arena in East Rutherford werden acht WM-Partien ausgetragen, darunter auch das Finale am 19. Juli. Die deutsche Nationalmannschaft spielt mindestens einmal in der Arena, in der Vorrundengruppe E geht es am 25. Juni gegen Ecuador.
New Jerseys Gouverneurin Mikie Sherrill fordert die Fifa nun auf, die Kosten für den Fantransport zu übernehmen. „Wenn dies nicht geschieht, werden wir die Inhaber von WM-Tickets nicht auf Kosten der Einwohner von New Jersey subventionieren, die täglich auf NJ Transit angewiesen sind“, teilte die Politikerin der Demokraten mit.
Die Fifa lehnte dies in einer ersten Reaktion ab. Keine andere internationale Veranstaltung müsse die Kosten für „willkürlich festgelegte“ Fahrpreise übernehmen, hieß es in einer Stellungnahme. Die hohen Preise würden die Fans nach Alternativen suchen lassen und die Sorge vor Staus und verspäteten Ankünften im Stadion erhöhen.
Zudem verwies die Fifa darauf, dass die meisten anderen Gastgeberstädte in den USA ihre Preise für den Nahverkehr nicht erhöhen würden. In Boston allerdings wurden die Gebühren für die Fahrt zum WM-Stadion vervierfacht. Statt 20 Dollar kostet das Ticket nun 80 Dollar.
Thomas Concannon, Vertreter der englischen Fan-Organisation FSA, sagte mit Blick auf die Preise: „Eigentlich sollte man Fans aus aller Welt willkommen heißen. Und ich glaube, im Moment könnten sich die Fans kaum weniger willkommen fühlen.“ Das englische Team spielt am 27. Juni gegen Panama in New Jersey.
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