Diese verbotene Aktion hatte gefährliche Folgen: Während des Viertelfinal-Rückspiels des FC Bayern in der Champions League gegen Real Madrid (4:3, Hinspiel 2:1) am vergangenen Mittwochabend haben Ultras der Münchner zwei Fotografen verletzt – einer wurde sogar bewusstlos getrampelt.
Kurz vor Ende der Partie waren zahlreiche Fans aus der Südkurve unerlaubt in den Innenraum des Münchner Stadions eingedrungen. Nach dem Siegtreffer des deutschen Fußball-Rekordmeisters (90.+4) stürmten sie dann an die LED-Werbebanden, um mit ihren Spielern zu jubeln – und erdrückten in ihrer Euphorie mehrere der dort postierten Fotografen.
Sanitäter und Ordnungskräfte kümmern sich um den verletzten Fotografen vor der FankurveFotograf Kai Oliver Pfaffenbach von der Nachrichtenagentur Reuters, der ungewollt in den Tumult geraten war, verlor sogar das Bewusstsein. Daraufhin musste er von Mitarbeitern des Bayerischen Roten Kreuzes behandelt werden.
Auf seinem öffentlichen Instagram-Account (28.800 Follower) postete er in einer Story sein Patienten-Protokoll, auf dem unter anderem vermerkt ist: „Überrannt von Fans an der Südkurve, bewusstlos am Boden liegend.“
„Nach dem vierten Tor des FC Bayern brachen alle Dämme“
Auf Anfrage berichtet Pfaffenbach: „Nach dem vierten Tor des FC Bayern brachen alle Dämme. Dann war ich bewusstlos und habe nichts mehr mitbekommen. Erst als alles vorbei und der Platz leer war, bin ich wieder zu mir gekommen. Ich habe Prellungen und Schmerzen. Den Zustand meiner Foto-Ausrüstung konnte ich auf Schäden noch nicht überprüfen.“
Fotograf Ulrich Wagner, der die Verletzung seines Kollegen aus wenigen Metern Entfernung mitansehen musste, sagt: „Diese Situation hätte verhindert werden müssen. Die Fans saßen schon mehrere Minuten auf dem Zaun, bevor sie in den Innenraum gestürmt sind. Trotzdem wurde nichts dagegen unternommen. Wir können von Glück reden, dass nicht mehr passiert ist.“
Das Betreten des Stadion-Innenraums ist für Unbefugte eigentlich strengstens untersagt. Dies zu verhindern, ist Aufgabe des Veranstalters sowie des Stadion-Betreibers (Allianz Arena Stadion GmbH, Tochtergesellschaft des FC Bayern).
Am vergangenen Mittwochabend konnte das Sicherheitspersonal in der Allianz Arena die Ultras aber nicht davon abhalten, in die verbotene Zone zwischen Tribüne und Spielfeld einzudringen.
Sieben Tore, drei aufgeholte Rückstände, zweimal Rot: Ein spannender Champions-League-Abend endet mit den Bayern im Halbfinale. Real Madrid sucht die Schuld wie so oft beim Schiedsrichter.Neben Pfaffenbach wurde eine weitere Fotografin verletzt, die eine Platzwunde am Kopf davontrug. Auf Anfrage wollte sie sich nicht zum Vorfall äußern.
Nach Informationen dieser Redaktion gab es zu dem Vorfall bereits einen Austausch zwischen dem FC Bayern und den Ultras. Dabei sollen die Fans beteuert haben, dass sie die versehentlichen Verletzungen der Fotografen sehr bedauern und deshalb um Entschuldigung bitten.
Der Artikel wurde für das Sport-Kompetenzcenter (WELT, „Bild“, „Sport Bild“) erstellt und zuerst in der „Bild“ veröffentlicht.
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