Gewinnen fällt leicht, verlieren können nur wenige. So wie Real Madrid. Dieser einst so stolze, große und vorbildliche Klub, der seit Jahren an Anstand und Respekt einbüßt. Einmal mehr am Mittwochabend beim FC Bayern, als die Spanier nach einer berauschenden Partie aus der Champions League ausschieden.
Das Hinspiel hatten sie 1:2 verloren, das Rückspiel nun 3:4. Schuld daran soll nicht die eigene Leistung gewesen sein, sondern der Schiedsrichter. Wie so oft bei Real. Diesmal traf die Wut der Spanier den Slowenen Slavko Vincic und eine Entscheidung aus der 86. Minute, in der Eduardo Camavinga die Gelb-Rote Karte sah. Er hatte den Ball nach einem Freistoßpfiff mit der Hand aufgenommen, war mit ihm davongelaufen und hatte ihn einige Meter weiter fallen lassen. Er verhinderte so eine zügige Spielfortführung des drückenden Gegners. Das ist laut Regelwerk eine eindeutige Spielverzögerung und mit Gelb zu bestrafen.
Man mag es kleinlich finden, dass Vincic hier die Regeln befolgte, falsch war es aber auf keinen Fall. Vielmehr müsste sich die Wut der Spanier auch auf Camavinga richten. Wer acht Minuten vorher wegen eines klaren taktischen Fouls schon Gelb gesehen hatte, sollte sich derlei Sperenzchen tunlichst verkneifen. Dass seine Kollegen es anders sahen, mag auch daran liegen, dass unfaires Verhalten, Schiedsrichter-Einschüchterungen und Dolchstoßlegenden seit geraumer Zeit zur DNA von Real Madrid gehören.
Reals erbärmlicher Empörungsbrief
Man denke nur an den jämmerlichen Boykott der Weltfußballerwahl, weil Vinicius Junior nicht zum Sieger gekürt wurde. Oder den erbärmlichen Empörungsbrief an den Fußballverband und die oberste staatliche Sportbehörde des Landes, in dem der Klub allen Ernstes behauptete, systematisch vom Schiedsrichterwesen hinters Licht geführt und betrogen zu werden.
Entsprechend das Verhalten der Spieler in München. Als Luis Diaz wenige Minuten nach dem Platzverweis gegen die ohnehin seit geraumer Zeit nur noch mauernden Spanier das überfällige 3:3 erzielte, klatschte der ewige Provokateur Vinicius Junior schon höhnisch Beifall in Richtung Schiedsrichter. Nach dem Abpfiff kannte das schlechte Benehmen dann kaum noch Grenzen. Drohend baute sich der Brasilianer vor Vincic auf und streckte ihm den Finger ins Gesicht. Jude Bellingham und Arda Güler bedrängten und beschimpften den Slowenen, Güler sah auf dem Weg in die Kabine noch die Rote Karte.
Die Bayern haben verdient gewonnen, sie waren in beiden Partien die bestimmende Mannschaft, auch im Rückspiel mit 69 Prozent Ballbesitz und 21:12 Torschüssen. Real sollte das einfach anerkennen.
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