Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus wertet die Aussagen von Oliver Kahn zu einem WM-Verzicht von Jamal Musiala als „unverständlich“ und hält sie für „überflüssig“. Er sei überzeugt, dass der Mittelfeldspieler des FC Bayern „bei der Weltmeisterschaft für Deutschland ganz wichtig werden kann“, sagte Matthäus am Rande des 5:0-Sieges der Münchner beim FC St. Pauli im TV-Sender Sky. „Es ist ja nicht das erste Mal, dass Oliver Kahn und ich eine andere Meinung haben“, fügte der 65-Jährige hinzu.
Kahn hatte Musiala zuvor empfohlen, für das Turnier abzusagen. In einer Talksendung bei „Sky“ hatte Kahn auf die Frage, ob Musiala über eine WM-Absage nachdenken sollte, geantwortet: „Absolut ja, natürlich.“ Hintergrund: der erlittene Wadenbeinbruch des 23 Jahre alten Offensivspielers samt einiger Bänderrisse im Sprunggelenk im vergangenen Juli bei der Klub-WM gegen Paris St. Germain und die lange Zwangspause, die Musiala im Moment augenscheinlich noch aufarbeiten muss. „Wenn ich spüre, dass etwas in meinem Spiel nicht stimmt, dann muss ich an mir arbeiten, wieder bereit zu sein“, sagte der frühere Vorstandschef des FC Bayern.
„Oliver Kahn hat nicht mal auf eine Trainingseinheit verzichtet“, konterte Matthäus die Aussagen seines langjährigen Teamkollegen: „Oliver war selbst verantwortlich bei Bayern, hat sich vor die Mannschaft und jeden Spieler gestellt. Jetzt ist er in einer anderen Position und erzählt einem Spieler zweieinhalb Monate vor der WM, er solle auf die Weltmeisterschaft verzichten. Für mich eine unverständliche Aussage – überflüssig.“
Musiala sei nach seiner langen Verletzungspause auf einem guten Weg. „Man kann sagen, okay, er ist noch nicht in WM-Form. Aber er hat ja noch Wochen und Monate wie andere Spieler auch“, erklärte Matthäus. „Jamals Ziel ist, aufgrund seines Ehrgeizes, aufgrund der Qualität, die er mitbringt, und aufgrund dessen, was er gezeigt hat, da wieder hinzukommen – und der deutschen Nationalmannschaft zu helfen, Weltmeister zu werden.“
„Dann ist mein Fokus, dem Land und der Mannschaft zu helfen“, sagt Musiala
Matthäus hatte nach dem Spiel unter vier Augen mit Musiala gesprochen. „Ich habe ihm gesagt“, berichtete Matthäus, „dass er ein sehr gutes Spiel gemacht hat und stabil in seinen Aktionen geblieben ist. Ich gehe nicht nur vom Tor aus. Es ist natürlich ein schöner Moment, für jemanden, der nach einer schweren Verletzung seine Form suchen muss.“
Musiala selbst hatte nach der Bundesliga-Partie in Hamburg versichert: „Auf jeden Fall will ich zur WM.“ Bei den Münchnern wolle er zu einer erfolgreichen Saison beitragen, so der Jungstar: „Dann ist mein Fokus, dem Land und der Mannschaft zu helfen.“
Bayern-Sportvorstand Max Eberl hält die Debatte um Musialas WM-Teilnahme für verfrüht. „Diese Verletzung war echt ein Einschlag für ihn. Er hat den Knöchel gesehen. Natürlich hat er damit noch zu tun – nicht nur körperlich, sondern auch von der Birne“, sagte Eberl. Musiala werde das aber hinter sich lassen. Gegen St. Pauli gelang dem Jungstar der Führungstreffer.
Musiala musste nach der Verletzung bei der Klub-WM in den USA im vergangenen Sommer operiert werden und fiel bis zu Jahresbeginn aus. Seitdem ist er auf der Suche nach seiner Topform.
Nach seinem ordentlichen Auftritt in Hamburg sagte er: „Ich bin zufrieden mit meiner ganzen Leistung. Jede Minute, die ich nehmen kann, wo ich Gefühl in den Fuß und den Beinen wieder reinbekommen kann, tut mir gut. Ich habe einen Schritt nach vorne gemacht.“ Er fühle sich besser als vor einem Monat.
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