Bei einer Fußball-Weltmeisterschaft das Trikot seines Landes auf dem Platz zu tragen, dürfte für die meisten Spieler ein Kindheitstraum sein. Und wer gibt schon Träume auf, die so nah schienen, dann aber in weite Ferne rückten, wenn es immer noch Hoffnung gibt? Auch wenn ein Verzicht aus anderer Perspektive womöglich sinnvoller erschiene.
Diese andere Perspektive vertritt im Fall Jamal Musiala Ex-Bayern-Boss Oliver Kahn. Er rät dem 23-Jährigen offen dazu, auf die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer zu verzichten – um wieder in Topform zu kommen. Auf die Frage bei Sky ob Musiala über einen WM-Verzicht nachdenken sollte, antwortete Kahn klar: „Absolut ja, natürlich. Er sollte auf eine Teilnahme bei der WM verzichten.“
Der langjährige Fußball-Nationaltorhüter begründet seine Meinung anschließend: „Wenn ich spüre, dass etwas in meinem Spiel nicht stimmt – vielleicht bin ich noch nicht bereit, in die Zweikämpfe zu gehen –, dann muss ich an mir arbeiten, bis ich wieder bereit bin. Ich als Profi muss denken: Ich muss erst mein altes Level wieder erreichen, und dann kann ich über Weltmeisterschaften und über die großen Sachen nachdenken.“
Dass dieser Ratschlag von Kahn kommt, überrascht zumindest. Der langjährige Torhüter der Nationalmannschaft war in seiner Karriere nicht gerade bekannt dafür zurückzustecken.
Bayern-Spielmacher Musiala hatte sich bei der Klub-WM in den USA im vergangenen Sommer im Viertelfinale gegen PSG das linke Wadenbein gebrochen und sich außerdem schwer am Sprunggelenk verletzt. „Diese schwere Verletzung und der lange Ausfall sind ein echter Schock für Jamal und uns alle“, sagte Sportvorstand Max Eberl damals. Musiala musste operiert werden und fiel bis Jahresbeginn aus.
„Keine Verletzung, die im Vorbeigehen rehabilitiert wird“
Sein Comeback hatte Musiala im Januar gegeben. Seitdem ist der Edeltechniker auf der Suche nach seiner Form und wird behutsam von Bayern aufgebaut. Vor dem Champions-League-Spiel gegen Real Madrid (2:1) litt der 23-Jährige unter einer Schmerzreaktion am vormals verletzten Sprunggelenk.
Sportboss Max Eberl sagte dazu: „Es ist keine Verletzung, die mal so im Vorbeigehen rehabilitiert wird. Da ist viel Körperlichkeit dabei, aber auch Seele und Psyche sind mit dabei. So einen Einschlag möchte man nicht erleben – privat nicht, aber schon gar nicht in seinem Beruf. Dementsprechend war es für uns klar, dass diese Reintegration auch ein Stück weit Zeit benötigt.“ Auch deswegen verzichtete Bundestrainer Julian Nagelsmann bei den Tests gegen die Schweiz und Ghana auf Musiala.
Die Zeit bis zur WM wird knapp. Auch Sky-Experte Dietmar Hamann ist mit Blick auf die WM skeptisch, rät aber nicht zu einer Entscheidung wie Kahn. „Die WM ist bei Jamal Musiala im Moment kein Thema. Er muss schauen, dass er die Form findet. Wenn er sie wieder hat, dann kommt alles von selbst. Aber die Zeit wird ja nicht mehr“, sagte Hamann. „Er hat nur noch sieben Wochen. Es muss jetzt alles perfekt laufen.“
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