Fans, Experten und Mitspieler wollen Manuel Neuer in der Nationalmannschaft sehen. Die Debatte kocht hoch – doch eine Rückkehr des Torwarts ist ausgesprochen unwahrscheinlich.

Manuel Neuer könnte einen Rekord knacken. Würde der Torwart tatsächlich noch einmal für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen, würde er Lothar Matthäus als ältesten DFB-Nationalspieler ablösen. Neuer ist gerade 40 Jahre alt geworden. Doch Rekordmarken haben den Bayern-Keeper noch nie groß interessiert. Und auch aus anderen Gründen ist es unwahrscheinlich, dass er ins DFB-Team zurückkehrt.

Die Sehnsucht danach gibt es durchaus, bei Fans, Experten und Mitspielern. Mit starken Paraden im Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid hat sich Neuer wieder ins Gespräch gebracht. Dass er auf seiner Position immer noch zu den Besten auf der Welt gehört, dürfte unbestritten sein. Und die Besten, so ist in diesen Tagen immer wieder zu hören, sollten auch bei der Weltmeisterschaft für Deutschland spielen.

Experten und Mitspieler hoffen auf Rückkehr

So hat sich beispielsweise Benedikt Höwedes geäußert. „Es müssen die besten Spieler zur WM, und Manu ist mit Abstand der beste Torhüter der Welt“, sagte der TV-Experte und Weltmeister von 2014 zu „T-Online“. Auch Lothar Matthäus attestierte ihm nach dem Real-Spiel „Weltklasse“ und stellte klar: „Dieser Neuer gehört in die Nationalmannschaft.“

Aleksandar Pavlović, Neuers Mitspieler beim FC Bayern und mittlerweile Stammkraft im DFB-Team, antwortete auf die Fragen der Reporter, ob er gern mit Neuer die WM spielen würde, ganz unbefangen: „Auf jeden Fall. Ich sage nie zu Manu Nein, egal in welchem Alter, egal wann.“

Eigentlich zählt nur, was Manuel Neuer sagt

Zwei Monate vor dem WM-Start ist die Neuer-Diskussion also in vollem Gange. Dabei ist eigentlich nur wichtig, was eine Person zu der Angelegenheit sagt: Manuel Neuer selbst. Und der scheint auf DFB-Debatten gar keine Lust zu haben. „Wir brauchen das Thema überhaupt nicht aufzumachen“, wehrte er sich. „Ich habe meine Sachen dazu gesagt. Ich konzentriere mich auf den FC Bayern.“

Damit ist eigentlich alles gesagt. Nach der Heim-EM 2024 hat Neuer seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft verkündet, diese Entscheidung ist weiterhin Stand der Dinge. Deshalb laufen auch die Forderungen an Bundestrainer Julian Nagelsmann, den Weltmeister-Torwart ins DFB-Team zurückzuholen, vorerst ins Leere. 

Neuer und Nagelsmann – ein schwieriges Verhältnis

Dass Neuer seine Entscheidung noch einmal revidiert, scheint unwahrscheinlich. Mindestens genauso unwahrscheinlich wie der Fall, dass Nagelsmann ihn dazu zu überreden versucht. Erstens hat der Bundestrainer vor den jüngsten Testspielen klargemacht, dass sein WM-Kader größtenteils steht. Insbesondere Torwart Oliver Baumann ist für das Turnier eigentlich gesetzt.

Und zweitens ist allgemein bekannt, dass Neuer und Nagelsmann nicht gut miteinander können. Nicht einmal zum 40. Geburtstag hat der Bundestrainer ihm gratuliert. Die gemeinsame Zeit beim FC Bayern – gerade einmal zwei Jahre lang – hat Spuren hinterlassen. Damals warf Nagelsmann Torwarttrainer Toni Tapalović aus dem Trainerteam. Neuer hatte mit Tapalović nicht nur sportlich eng zusammengearbeitet, beide waren (und sind) auch privat gut befreundet. 

Nach dem Rauswurf des Torwarttrainers gab Neuer der „Süddeutschen Zeitung“ ein spektakuläres, mit dem Verein nicht abgestimmtes Interview, in dem er sich tief enttäuscht vom Verein (und indirekt von Nagelsmann) zeigte. Die Entlassung habe ihn „extrem getroffen“, sagte der Keeper: „Ich hatte das Gefühl, mir wird mein Herz rausgerissen. Das war das Krasseste, was ich in meiner Karriere erlebt habe.“

Spätestens seitdem ist das Verhältnis zwischen Manuel Neuer und Julian Nagelsmann empfindlich gestört – oder wie es Sky-Experte Lothar Matthäus ausdrückt: „Dieses Tischtuch ist so zerschnitten, das kann der beste Schneider nicht mehr zusammennähen.“ Matthäus wird seine Bestmarke als DFB-Senior also aller Wahrscheinlichkeit nach behalten.

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