Der FC Chelsea hat in der vergangenen Saison den größten finanziellen Verlust in der Geschichte der Premier League verzeichnet. Wie die Londoner auf ihrer Internetseite mitteilten, beläuft sich das Defizit des Klubs auf insgesamt 262 Millionen britische Pfund (300,8 Millionen Euro) und übertrifft damit laut des Senders BBC den bisherigen Negativrekord von Manchester City aus dem Jahr 2011 deutlich.
Der Klub verzeichnete damals einen Verlust in Höhe von 197,5 Millionen Pfund (226,7 Millionen Euro) vor Steuern. International hält der FC Barcelona mit seiner Bilanz aus der Spielzeit 2020/2021 den Negativrekord (484 Millionen Pfund).
Trotz eines Umsatzes von 490,9 Millionen Pfund (563,5 Millionen Euro) konnte das Minus nicht verhindert werden. Auch Strafzahlungen spielten dabei eine Rolle. Sportlich verlief die Spielzeit für Chelsea durchaus erfolgreich: Zwar reichte es in Englands höchster Spielklasse nur zu Rang vier, dafür setzte sich die Mannschaft in der Conference League und bei der Klub-WM durch.
Vor allem auch dank des Triumphs bei der Klub-WM in den USA im vergangenen Sommer werden für die aktuelle Spielzeit nun Rekordeinnahmen erwartet. Die Prämie für den Gewinn der Klub-WM beträgt umgerechnet allein rund 97,6 Millionen Euro. Der Verein gab seit der Übernahme durch einen neuen Eigentümer im Jahr 2022 rund 1,15 Milliarden Euro für Spieler aus.
Uefa bestraft den FC Chelsea mit 31 Millionen Euro
Im vergangenen Sommer hatte die Uefa Chelsea zur Kasse gebeten, weil der Klub gegen das Financial Fairplay des europäischen Dachverbandes verstoßen hatte. Die Londoner wurden insgesamt mit einer Fixsumme von 31 Millionen Euro bestraft. Der Verein schloss mit der Uefa daraufhin eine Vereinbarung, wonach er nur dann Spieler für seine Kader verpflichten darf, wenn die Transferbilanz zwischen Zu- und Abgängen im Kader positiv ist.
Chelsea bediente sich einiger Kniffe, um handlungsfähig zu bleiben. Der Klub stattete seine Stars mitunter mit Verträgen über bis zu acht Jahre Laufzeit aus. Die Ablösen im Fußball werden über die Dauer des Vertrags abgeschrieben.
Zudem nutzte Chelsea einen Bilanztrick, um seine Zahlen aufzuhübschen. Der Klub verkaufte seine Frauenmannschaft für umgerechnet beinahe 150 Millionen Euro – an sich selbst. Genauer gesagt an BlueCo, jenes Konsortium, das den FC Chelsea 2022 übernahm. Möglich machte das laut BBC ein Schlupfloch im Regelwerk der Premier League, das diese inzwischen geschlossen habe.
Sein Frauenteam verkaufte der FC Chelsea quasi an sich selbstDie BBC wies in ihrem Bericht darauf hin, dass Chelsea seine vollständigen Jahresabschlüsse noch nicht veröffentlicht hat. Diese seien erst in Kürze beim britischen Handelsregister einsehbar, hieß es. Die einzigen derzeit verfügbaren Zahlen stammen aus der Mitteilung von Chelsea selbst.
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