Es war schon spät in Stuttgart. Und für einen kurzen Moment war am Montagabend nicht klar, ob nun Otto Addo, der Nationalcoach von Ghana, mit der Pressekonferenz beginnen würde – oder doch Julian Nagelsmann, der Bundestrainer. Denn die kleine Bande mit den Logos der Sponsoren vom Nationalverband Ghanas stand auf dem Podium schon bereit, ehe sie erst weggerollt wurde, sodass man die Sponsoren des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sah. Schließlich wurde sie doch wieder dort hingestellt, wo sie ursprünglich postiert worden war.

Otto Addo begann dann mit seinen Ausführungen. Es waren seine letzten als verantwortlicher Trainer von Ghana, denn nur wenige Stunden nach dem 1:2 gegen die deutsche Nationalmannschaft trennte sich der WM-Teilnehmer „mit sofortiger Wirkung“ von Addo. Das teilte der ghanaische Fußball-Verband (GFA) in der Nacht zu Dienstag mit. Man danke Addo für seinen Beitrag und wünsche ihm alles Gute für die Zukunft, hieß es. Ein Nachfolger werde zu gegebener Zeit bekanntgegeben.

Auf der Pressekonferenz hatte sich angedeutet, dass Addo möglicherweise vor unruhigen Tagen stehen könnte. Es gab viele kritische Fragen an ihn, der mit Ghana in der vergangenen Woche 1:5 in Österreich verloren hatte. Er wurde unter anderem auf ein nicht zu erkennendes Spielsystem angesprochen – und auf die Tatsache, dass seine Mannschaft stets späte Gegentore kassieren würde. Am Ende wurde es dann sogar herzergreifend.

Bei der WM gegen England, Kroatien und Panama

Otto Addo stimmte in ein Geburtstagsständchen für einen Medienvertreter mit ein. „Zum Geburtstag viel Glück“, sang Addo, Sohn ghanaischer Eltern, aber in Deutschland aufgewachsen. Der 50-Jährige spielte in der Bundesliga unter anderem für den Hamburger SV und Borussia Dortmund. Er lebt inzwischen in Düsseldorf.

Addo war seit zwei Jahren Cheftrainer der „Black Stars“. 2022 hatte er das Team schon einmal als Interimscoach betreut und war auch bei der WM in Katar zuständig, als Ghana in der Gruppenphase ausschied. Bei der in den USA, Kanada und Mexiko stattfindenden WM trifft Ghana in der Gruppenphase auf England, Kroatien und Panama.

Addo spricht nach dem Abpfiff noch über die WM

Nach dem 1:2 gegen Deutschland hatte Addo noch eine Steigerung im Vergleich zum Debakel in Österreich festgestellt. „Wir haben ein anderes Gesicht gezeigt. Es war besser von der Einstellung, von der Mentalität. Die Jungs haben sich reingehauen. Die zweite Halbzeit fand ich richtig gut von uns gegen eine sehr, sehr starke deutsche Mannschaft“, sagte Addo im ARD-Interview. „Wenn man verliert, gibt’s immer Kritik, das ist klar. Das ist der Job des Trainers, das auszuhalten. Wir haben eine gute Führung, die in der Regel auch ruhig geblieben ist.“

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Angesichts einiger Verletzter müsse er vor der WM auch ein bisschen probieren. „Das klappt noch nicht ganz alles so, da muss man die eine oder andere Niederlage einstecken“, sagte Addo und sprach noch davon, dass bei der WM das Auftaktspiel gegen Panama am wichtigsten sei.

Am 18. Juni in Toronto wird dann aber ein anderer Coach das Team betreuen.

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