So auskunftsfreudig wie er das mit Blick auf die Startelf vor dem Testspiel in der Schweiz war, gab sich Julian Nagelsmann am Sonntagnachmittag nicht. Zumindest ließ er wissen, dass Alexander Nübel am Montag im Test gegen Ghana (20.45 Uhr/ARD) im Tor stehen wird. Aber ansonsten verwies der Bundestrainer in der Pressekonferenz auf das im Nachgang stattfindende Abschlusstraining, bei dem er sich noch einmal einen Eindruck verschaffen wolle.

„Wir müssen ein bisschen mehr rotieren, um ein paar Spieler hinsichtlich der Belastung zu steuern“, sagte Nagelsmann – und sprach in diesem Zusammenhang von der Crunchtime, die für einige seiner Nationalspieler mit ihren Klubs anstehe. Im Ligaalltag, aber hier und da auch noch im internationalen Geschäft.

Leroy Sané hatte in der Schweiz kaum Einfluss auf das deutsche Offensivspiel

Obwohl der Bundestrainer keinen konkreten Einblick in seine Gedankenspiele bezüglich der Startelf geben wollte, wurde er dennoch auf den einen oder anderen seiner nominierten Profis angesprochen. Auch auf Leroy Sané – und dessen Auftritt in Basel. Der offensive Mittelfeldspieler von Galatasaray Istanbul war dort bemüht, aber es gelang ihm nicht, Akzente im Offensivspiel zu setzen.

„Was hat man da für eine Erwartungshaltung, wenn man mir 20 Minuten nach einem Spiel eine Frage zu Leroy stellt? Soll ich ihn da abmontieren? Ich denke, es ist wichtig, jedem erst einmal die Stange zu halten“, sagte Nagelsmann mit Blick auf die Minuten nach dem 4:3 am Freitag. „Ich erwarte nicht immer zwei Tore und drei Vorlagen, es geht um das Gesamtbild“, hatte der Bundestrainer da gesagt, als Reporter ihn nach Sané fragten.

Er habe „aufblitzen lassen, was er kann, aber er kann noch intensiver spielen und es besser machen. Er hat im Verein ordentliche Spielzeit, aber viele entscheidende Partien nicht gemacht. Den fehlenden Rhythmus muss man berücksichtigen. Er bekommt am Montag die nächste Chance, es besser zu machen.“

Eins-gegen-Eins als Argument für Sané

Ein Argument für Sané sei, betonte Nagelsmann am Sonntag, „dass wir Eins-gegen-Eins-Spieler brauchen, die wir jetzt nicht in Hülle und Fülle haben. Natürlich haben wir da auch Alternativen. Das Spiel gegen die Slowakei ist die Benchmark von Leroy (beim 6:0 im November 2025 glänzte Sané mit zwei Toren und einer Vorlage, d. Red.), aber die wird er nicht immer erreichen“, sagte Nagelsmann.

Das Spiel in der Schweiz sei in Ordnung gewesen. „Aber es war auch nicht richtig gut und auch nicht richtig schlecht. Besser, als es dargestellt wird, aber auch nicht so, dass wir super, super zufrieden sind. Leroy weiß, was gefordert ist. Er muss das zeigen, und am Ende entscheiden wir, was aus unserer Sicht das Beste für den Kader ist. Wir müssen gucken, dass wir die gewissen Profile erfüllen, um in Bezug auf die unterschiedliche Art und Weise, wie ein Gegner spielen kann, gewappnet zu sein. Und allzu viele Spieler, die vom rechten Flügel aus ein Eins-gegen-Eins gewinnen, haben wir nicht.“

Der Bundestrainer erwähnte in diesem Zusammenhang Lennart Karl, den Youngster des FC Bayern. Der 18-Jährige war in der Schweiz in der zweiten Halbzeit für Sané ins Spiel gekommen und hatte einige gute Aktionen. Aber bezüglich Karl sei die Überlegung, so Nagelsmann, wie viel er am Ende dann spielen könne und wie stabil seine Leistung bleibe. Der Coach erwähnte auch noch Jamie Leweling, der aber verletzt vom Nationalteam abreisen musste.

„Wir werden es in zwei Monaten im Gesamten so bewerten, dass wir hoffentlich die beste Entscheidung treffen“, kündigte Nagelsmann mit Blick auf den WM-Kader an. „Aber ich bin mir sicher“, schob er nach, „dass sicher diskutiert wird – egal, wie wir uns entscheiden.“ Es sei nun mal schwierig, da er, so Nagelsmann, nur eine begrenzte Anzahl von Spielern zur WM mitnehmen könne. Die Tür sei nach wie vor offen. „Am Ende wird es Spieler geben, die nicht dabei sind. Aber das ist so.“

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