Der Iran hat das erste Fußball-Länderspiel seit Beginn des Krieges im Nahen Osten verloren. Der WM-Teilnehmer unterlag 1:2 (0:1) gegen Nigeria. Das Spiel, das eigentlich in Jordanien hätte stattfinden sollen, wurde kurzfristig ins türkische Antalya verlegt und fand ohne Zuschauer statt. Der iranische Verband hatte politische Proteste von in der Türkei lebenden Iranern im Stadion befürchtet.
Allerdings nutzten die Spieler die Partie selbst zur politischen Symbolik. Die iranischen Spieler betraten das Spielfeld mit Schulranzen in der Hand. Damit spielten sie auf einen Bombenangriff auf eine Mädchenschule im Süden Irans an, bei dem Ende Februar mindestens 168 Schülerinnen zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern starben. Medienberichten zufolge sollen US-Streitkräfte für den Angriff verantwortlich sein.
„Derzeit ist das Ergebnis, ob Sieg oder Niederlage, nicht wichtig. Wichtig ist nur, dass die Spieler auf dem Feld zeigen, dass sie echte Iraner sind und ihr Vaterland lieben“, sagte Mirschad Madschedi vom iranischen Verband im Staatssender IRIB nach der Partie.
Mit kleinen lilafarbenen Schulrucksäcken und einem rosafarbenen betraten die iranischen Spieler das Stadion in Antalya. Sie trugen zudem schwarze Trauer-ArmbindenDer frühere Leverkusener Profi Sardar Azmoun und Mehdi Ghaedi waren wegen Kritik aussortiert worden und standen nicht im Kader. Azmoun ist einem Bericht zufolge im Iran wegen angeblich unpatriotischen Verhaltens das Eigentum beschlagnahmt worden. Die Staatsanwaltschaft der Provinz Golestan im Nordosten des Landes geht derzeit gegen 16 mutmaßliche Unterstützer der USA und Israels im Krieg vor. Unter ihnen ist laut dem Sportportal Varzesh3 auch der aus der Region stammende Azmoun, der von 2022 bis 2024 bei Bayer Leverkusen gespielt hatte. Er soll dort neben mehreren Immobilien auch zahlreiche Pferde und mehrere Reiterhöfe besitzen.
Iran verbietet Teams die Teilnahme an Spielen „in feindlichen Ländern“
Das absolvierte Spiel gegen Nigeria und die Partei am Dienstag gegen Costa Rica (14.00 Uhr, im Sport-Ticker der WELT) sind eigentlich als WM-Tests eingeplant. Ob der Iran indes an der Weltmeisterschaft im Sommer teilnimmt, ist wegen des Krieges noch unklar.
Offiziell hat die iranische Regierung ein Verbot für die Entsendung von Sportmannschaften zu Veranstaltungen in „feindlichen“ Ländern verhängt. „Die Anwesenheit von National- und Vereinsmannschaften in Ländern, die als feindlich gelten und nicht in der Lage sind, die Sicherheit iranischer Athleten und Teammitglieder zu gewährleisten, ist bis auf Weiteres verboten“, teilte das iranische Sportministerium in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur Isna verbreiteten Erklärung mit.
Grund für das Verbot sind dem Ministerium zufolge Nachrichten über das Aufeinandertreffen der iranischen Fußballmannschaft Tractor mit einem Team aus den Emiraten in Saudi-Arabien in der AFC Champions League, dem asiatischen Gegenstück zur Champions League der Uefa. Der Fußballverband und die Vereine müssen demnach die Asiatische Fußball-Konföderation (AFC) benachrichtigen, um eine Verlegung der Spiele zu veranlassen.
US-Präsident Trump verlängert ein Ultimatum erneut – dieses Mal um zehn Tage. Experten vermuten, dass die USA die Verlängerungen als Finte nutzen für einen Militärschlag gegen den Iran. „Trump braucht irgendein Exit-Narrativ“, sagt Militärökonom Marcus Keupp.Israel und die USA hatten am 28. Februar mit gemeinsamen Luftangriffen auf den Iran begonnen. Teheran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region.
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