Im norwegischen Lillehammer fielen am Mittwoch die letzten Entscheidungen der alpinen Ski-Saison. Der beste Deutsche, Linus Straßer, belegte im finalen Slalom Rang neun – für Aufmerksamkeit sorgte der deutsche Routinier jedoch abseits der Strecke.
Kaum war die abschließende Siegerehrung beendet, bei der der Norweger Timon Haugan seinen zweiten Saisonsieg feierte, leitete ZDF-Moderatorin Amelie Stiefvatter die Sendung aus. Dabei machte sie einen ungewöhnlichen Vorgang öffentlich.
„Wir hätten sehr gerne an dieser Stelle ein Interview mit Linus Straßer geführt, doch er wollte unbedingt, dass sein Flaschensponsor im Bild zu sehen ist“, sagte Stiefvatter. „Das ist leider Schleichwerbung und im öffentlich-rechtlichen Rundfunk verboten. Dementsprechend kam das Interview nicht zustande.“ Das ZDF verzichtete daraufhin auf das Gespräch mit dem 33-Jährigen, kurz darauf endete die Übertragung.
Amelie Stiefvatter während der Olympischen Spiele mit Ex-Skirennläufer Marco BüchelWelcher Sponsor konkret gemeint war, ließ die Moderatorin offen. Straßer wirbt jedoch für einen Anbieter von Elektrolyt- und Kohlenhydratpulvern, der auch Trinkflaschen mit seinem Logo vertreibt.
Warum ist die Trinkflasche Schleichwerbung?
In Sportübertagungen des Öffentlich-Rechtlichen Fernsehens sind etliche Sponsoren zu sehen. Viele Athleten halten ihre Ski in die Kamera, Helme, Mützen und Jacken sind zugepflastert mit Firmen-Logos. Was macht diesen Fall anders?
Im Rundfunk-Staatsvertrag ist festgehalten, dass Schleichwerbung vorliegt, wenn eine Darstellung von Waren oder Marken gezielt zu Werbezwecken erfolgt und die Zuschauer über diesen Zweck getäuscht werden können. Logos auf Helmen, Skiern oder Kleidung gelten als integraler Bestandteil der Sportausrüstung und sind im Rahmen der Berichterstattung grundsätzlich zulässig.
Wird ein Produkt jedoch aktiv und demonstrativ in die Kamera gehalten, um es hervorzuheben, kann das als unzulässige Produktplatzierung gewertet werden – wie in diesem Fall eine Trinkflasche. Es war offenbar auch nicht das erste Mal, dass ein Interview mit Strasser deswegen nicht stattfand.
Strasser gilt ohnehin als durchaus streitbar und kontrovers. Während der Olympischen Spiele im Februar hatte er auf die Organisation in Italien geschimpft, weil die Männer-Wettbewerbe isoliert in Bormio ausgetragen wurde. „Auf solche Spiele kann ich auch verzichten“, schimpfte Strasser in der ARD und zog einen Vergleich mit den Corona-Spielen 2022 in China: „Am Schluss ist es absolut schade und traurig, was wir hier erleben. Bei den Spielen merke ich, dass Peking gar nicht so schlecht war.“ Das Ganze sei furchtbar steril.
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