Die deutsche Fitnesswirtschaft hat Einblick in ihr Metier gegeben und mit der Erhebung der „Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft“ die aktuellen Entwicklungen der Fitness- und Gesundheitsbranche offengelegt. Der Arbeitgeberverband der Fitnessstudios wird bei der Erstellung der wissenschaftlichen Studie seit mehreren Jahren vom Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte und der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) unterstützt.
Die deutsche Fitnesswirtschaft zeigt demnach weiterhin ein positives Wachstum mit Rekordwerten bei Mitgliederzahlen, Umsatz und Anlagen. Bezogen auf die Bevölkerung ab 15 Jahren trainiert inzwischen rund jede sechste Person in einem Fitnessstudio (17,1 Prozent).
Gleichzeitig sei „das Marktpotenzial beträchtlich“, wie es in der Studie heißt: „Mehr als die Hälfte der Nichtmitglieder haben negative oder ambivalente Assoziationen zu Fitnesstraining, häufig aufgrund mangelnden Vertrauens in die fachliche Kompetenz der Branche. Ein Vertrauen, das in der öffentlichen wie internen Wahrnehmung maßgeblich an die Qualifikation des Personals geknüpft ist.“
Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass die Branche „die Relevanz der Personalqualifikation in weiten Teilen bereits erkannt hat und in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden investiert. Die Weiterbildungsquote liegt bei 95,3 Prozent“.
12,36 Millionen Menschen trainierten im Betrachtungszeitraum 2025 in Fitnessstudios (+5,6 Prozent im Vergleich zu 2024). Seit dem Jahr 2022 (10,28 Millionen Mitglieder) ist das Wachstum kontinuierlich.
Die jährliche Bestandsaufnahme des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zeigt zudem, dass Fitnesstraining auch im Jahr 2025 die mitgliederstärkste Trainingsform in Deutschland ist. Auf den Plätzen zwei, drei und vier folgen wie bereits in den Vorjahren Fußball mit 8,01 Millionen (+3,9 Prozent), Turnen mit 5,25 Millionen (+3,6 Prozent) und Tennis mit 1,52 Millionen Mitgliedern (+1,8).
Pro 100.000 Einwohner haben das Saarland und Baden-Württemberg die meisten Fitnessstudios (12,9), die wenigsten gibt es in Mecklenburg-Vorpommern (8,7). Das Durchschnittsalter der Mitglieder beträgt bundesweit 40,3 Jahre, trainiert wird im Schnitt 1,1 Mal pro Woche und 52,1 Prozent der Mitglieder sind weiblich.
In Deutschland gab es im Jahr 2025 insgesamt 9647 Fitnessstudios. 4,7 Prozent davon sind reine Frauenstudios. Bei Einzelbetrieben lag der durchschnittliche Monatsbeitrag bei 59,24 Euro, bei Fitnessketten durchschnittlich bei 40,54 Euro. Die Anlagen sind im Schnitt 1088 Quadratmeter groß.
Und ein Silberstreif im trüben deutschen Wirtschaftsausblick laut Studie: „65,8 Prozent der Anlagen bewerten ihre wirtschaftliche Situation als eher gut bzw. gut, 28,9 Prozent als durchschnittlich und 5,3 Prozent als eher schlecht bzw. schlecht. Mit Blick auf ihre wirtschaftliche Situation in diesem Jahr gehen 64,6 Prozent aller Anlagen von einer Verbesserung aus, 29,7 Prozent erwarten ein konstantes Niveau und 5,7 Prozent eine Verschlechterung. Die größte Zuversicht zeigen die Fitnessketten, von denen 70,4 Prozent mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation in 2026 rechnen.“
Auch in puncto Investitionsbereitschaft liefert die Fitnessbranche dem stotternden Konjunkturmotor etwas Schub. Nachdem an diesem Dienstag publik wurde, dass Unternehmen, Staat und Privatleute nach offiziellen Daten 2025 unter dem Strich so wenig in Bau, Maschinen, Geräte und Infrastruktur investiert haben wie nie seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 und die sogenannte Nettoanlageninvestitionsquote gemessen an der Wirtschaftsleistung bei minus 0,23 Prozent lag, wird von den Fitnessstudios auf Rekordniveau investiert.
80,0 Prozent der Anlagen planen, im Jahr 2026 Investitionen zu tätigen. Das geplante Investitionsvolumen übersteigt mit 1,06 Milliarden Euro (netto) erstmals die Marke von einer Milliarde Euro. 2025 waren es noch 798 Millionen Euro. Im Jahr 2025 haben mit 91,9 Prozent mehr Betriebe Investitionen getätigt als im Vorjahr (82,2 %).
Im Betrachtungsjahr 2025 waren zudem insgesamt 167.100 Menschen beschäftigt. Damit übersteigt die Zahl den Wert des Vorjahres (157.700). 10,3 Prozent der Angestellten sind hierbei ohne Qualifikation. Insgesamt 40,0 Prozent der Mitarbeitenden in der Branche verfügen über ein abgeschlossenes Studium mit Bewegungsbezug oder befinden sich gerade im Studium bzw. in der Ausbildung.
Patrick Krull ist Sportredakteur der WELT. In seiner Heimatstadt Bad Segeberg erlebten Fitnessstudios Mitte der 80er Jahre einen Boom. Man sah Bodybuilder damals mit buntgemusterten Pluder-Stoffhosen wie aufgepumpte Pinguine auf den Gehwegen watscheln, durch Stahl und Anabolika geformt, viele Jungs wollten Arme haben wie sie. Einer der Muskelberge zog damals in einem Hotel in Segeberg bei einem Vortrag die Massen an – der ehemalige Mr. Universum Ronald Matz, der sich heute Ron Matz nennt und dessen Credo mittlerweile so weise wie gesund ist: „Physische Fitness messe ich nicht in Zentimetern oder wiege sie in Pfund und Gramm. Das führte nur zu psychischen Barrieren beim Versetzen von Bergen.“
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