Elfmeterschüsse trainieren? Kein Problem. Üben, um keine Elfmeter zu verursachen? Schon schwieriger. Der Hamburger SV wurde beim bitteren 2:3 nach 2:0-Führung beim Champions-League-Kandidaten Borussia Dortmund an seine Problemzone in dieser Bundesliga-Saison schonungslos erinnert – und muss nachbessern. Die Norddeutschen verursachten beim BVB drei Strafstöße, zwei führten zu Gegentreffern.
„Das ist zu viel, um erfolgreich zu sein. Das ist definitiv ein Punkt, an dem wir ansetzen werden“, versprach Trainer Merlin Polzin nach der Partie vor 81.365 Zuschauern im ausverkauften Signal-Iduna-Park. Man müsse aus diesen Situationen lernen, meinte der Coach. Zu Saisonbeginn habe man über die großen Punkte gesprochen, „die wir in die Spur kriegen müssen, und jetzt geht es um die Details“, sagte Polzin.
Besonders bitter: Alle drei vorangegangenen Situationen vor den Strafstößen im Strafraum waren für den HSV nicht besonders bedrohlich. Auch der Schuss vor dem Handelfmeter zum 2:3 – verschuldet durch Miro Muheim – wäre wohl nicht auf das Tor gegangen.
„Am Ende war es ein Spiel mit zu vielen kleinen Fehlern von uns“, sagte Muheim bei Sky. „Wenn du drei Elfmeter gegen dich kriegst, dann kannst du so ein Spiel halt nicht gewinnen.“ Der Nationalspieler der Schweiz zeigte sich auch selbstkritisch: „Ich darf meine Hände da nicht so hoch ziehen“, merkte er an. „Ein dummer Fehler von mir, wird nicht mehr passieren“, versprach der 27-Jährige.
HSV einer der größten Elfer-Verursacher
Die Hanseaten verursachten bislang schon neun Strafstöße in dieser Bundesliga-Spielzeit. Der Aufsteiger, der weiter aussichtsreiche Chancen auf den Klassenerhalt hat, steht in dieser Rangliste allerdings ganz unten. Nur die stark abstiegsbedrohten Wolfsburger verursachten mit elf Elfmetern mehr.
Das sorgt auch in der sportlichen Führung für Ärger. Allerdings zeigte Sportdirektor Claus Costa Verständnis. „Wir haben uns bei den Elfmetern vielleicht nicht so clever angestellt, aber in so einer Spielphase gibt es immer gehäuft diese Strafraumszenen, in denen es ganz eng zur Sache geht“, sagte Costa. So bestehe durchweg die Gefahr, dass mal ein Fehler oder ein Handspiel unterlaufe. „Wir schnaufen jetzt angesichts der Länderspielpause einmal durch und können viel Positives aus der ersten Hälfte mitnehmen“, fügte er hinzu.
Starke Vorstellung der Hamburger in Hälfte eins
Denn die beeindruckende Dortmunder Aufholjagd folgte auf eine sehr starke und reife Vorstellung im ersten Durchgang der Hamburger, die an tolle Auftritte wie beim 2:2 gegen Bayern München erinnerte. Die Mannschaft von Polzin verdeutlichte ein ihrer großen Stärken: Schnörkellos schnelles Umschaltspiel nach BVB-Offensivaktionen.
„Die Leistung in der ersten Halbzeit hat gestimmt, das nehmen wir von heute mit“, sagte Torwart Daniel Heuer Fernandes. Dies sei in der zweiten Hälfte nicht mehr so gut gelungen. „Wir haben es verpasst, in unsere Momente zu kommen. Der Gegner hat es geschafft, uns hinten reinzudrängen“, fügte er hinzu. Heuer Fernandes gehörte mit einigen Paraden zu den besten HSV-Profis. Bei den erfolgreich verwandelten BVB-Elfmetern war er chancenlos.
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