Das letzte Kräftemessen auf großer Bühne endete in einem Desaster. Neymar da Silva Santos Junior wollte sich gemeinsam mit seinen brasilianischen Kollegen bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar endlich zum König seiner Branche krönen. Doch zunächst verletzte er sich im ersten Gruppenspiel gegen Serbien (2:0) am rechten Knöchel. Und als er wieder fit war, konnte er das Aus im Viertelfinale gegen Kroatien nicht verhindern: 2:4 nach Elfmeterschießen hieß es seinerzeit im Education City Stadium vor den Toren Dohas.
Deswegen war da noch eine Rechnung offen. Für Brasilien generell und Neymar im Speziellen. Vier Jahre später, so der Plan, sollte alles wieder gut werden. Allerdings wird es dazu nicht kommen, denn der Ausnahmestürmer darf nicht mitmachen beim globalen Turnier 2026 in den USA, Kanada und Mexiko.
Nationaltrainer Carlo Ancelotti berief den noch immer teuersten Fußballspieler der Welt am Montag nicht in sein Aufgebot für die anstehende USA-Reise mit Länderspielen gegen Frankreich und Kroatien am 26. und 31. März. Die beiden Partien sind die letzten Härtetests der Brasilianer vor der Bekanntgabe des WM-Kaders.
Neymars trotziges Statement nach öffentlicher Demontage
Eine herbe Enttäuschung für Neymar. Entsprechend aufgebracht reagierte er auf die Entscheidung Ancelottis. „Das kann man nicht so einfach übergehen. Natürlich bin ich verärgert und traurig, dass ich nicht nominiert wurde“, sagte der 34-Jährige laut brasilianischen Medien. „Aber der Fokus bleibt: Tag für Tag, Training für Training, Spiel für Spiel bestehen. Wir werden unser Ziel erreichen. Es steht noch eine letzte Nominierung aus, und der Traum lebt weiter.“
Letztes von bislang 128 Länderspielen: Neymar (r.) im Oktober 2023 in der Begegnung gegen UruguayImmerhin jene Sicht auf die Dinge wollte ihm der Trainer nicht nehmen: „Neymar kann zur WM fahren, wenn er hundert Prozent fit ist“, sagte der Italiener Ancelotti. „Ich habe ihn nicht berufen, weil er nicht bei hundert Prozent ist. Und wir brauchen Spieler, die auf ihrem besten Level sind. Neymar muss weiterarbeiten, spielen, seine Qualitäten und eine gute physische Verfassung zeigen.“
Neymars letztes von bislang 128 Länderspielen für den Rekord-Weltmeister ist mittlerweile zweieinhalb Jahre her: Im Oktober 2023 erlitt der verletzungsanfällige Star bei der 0:2-Niederlage gegen Uruguay in der WM-Qualifikation einen Kreuzbandriss im Knie und musste kurz vor der Halbzeit ausgewechselt werden.
Seitdem fand er nie mehr zu seiner früheren Form zurück. Der saudi-arabische Klub Al-Hilal SFC ließ ihn im Januar 2025 ablösefrei zu seinem Heimatverein FC Santos in Brasilien ziehen. 2017 hatte Paris St. Germain noch die Rekord-Ablösesumme von 222 Millionen Euro für Neymar an den FC Barcelona gezahlt. Sechs Jahre später ging er für eine Ablöse in Höhe von 90 Millionen Euro ins schlecht beleumundete Saudi-Arabien, wo zwar die Bezahlung erstklassig ist, der sportliche Wettkampf aber bestenfalls drittklassig.
Seither lassen die Zahlen den Sinkflug deutlich erkennen: Sieben Spiele absolvierte der Angreifer lediglich für Al-Hilal SFC und erzielte dabei verletzungsgeplagt nur ein Tor. Eine erbärmliche Quote angesichts seiner anderen Karrieredaten. Zuvor hatte er für Santos in 225 Partien 136 Treffer erzielt, in Barcelona waren es 105 in 186 Spielen und bei PSG 118 in 173 Begegnungen.
Zwar stimmt nun die Quote seit der Rückkehr zu seinem Heimatverein wieder. Aber 13 Tore in 32 Spielen lassen bislang noch kein Comeback in der Nationalmannschaft zu, für die er immerhin 79 Treffer erzielte und damit Rekordtorschütze seines fußballverrückten Landes ist. Ein bisschen Resthoffnung aber bleibt noch für Neymar. Vielleicht gibt es für das einstige Wunderkind des Fußballs noch ein Happy End auf großer Bühne.
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