Beim Weltcup der Skispringer am Holmenkollen in Oslo sorgte starker, böiger Wind für gefährliche Szenen auf der Schanze. Springer wurden in der Luft durchgeschüttelt. Einige konnten einen Sturz nur mit Mühe verhindern. Und dann sagt Olympiasieger Philipp Raimund einfach Stopp und verweigerte seinen Sprung.
Raimunds klare Worte waren sogar in der TV-Übertragung der ARD zu hören: „Ich werde nicht springen. Ich mache diesen Scheiß hier nicht mit.“
ARD-Kommentator Tom Bartels zeigte sofort Verständnis: „Da ziehe ich den Hut vor Stefan Horngacher und Philipp Raimund. Gesundheit steht über allem. Ich finde es super, dass ein Springer von sich aus sagt: ‚Nein, das macht so keinen Sinn.‘“
Der Grund für die Verweigerung: extreme Windböen. Mehrere Springer hatten zuvor große Probleme – auch sein Teamkollege Felix Hoffmann wurde bei seinem Flug richtig durchgerüttelt.
„Es wurde immer wilder und unabsehbarer“
Raimund erklärte anschließend: „Ich hab mir den Wettkampf lange angeschaut. Ich habe einige Sprünge gesehen, die nicht gerade ruhig durch die Luft gesegelt sind. Es wurde immer noch wilder und immer unabsehbarer. Dann bin ich raus, habe mich vorbereitet und habe Felix hinterhergeguckt. Und dann war es eine kurzfristige Entscheidung.“
Und weiter: „Ich habe mir gedacht: ‚Was mache ich hier eigentlich?‘ Ich will Spaß am Skispringen haben und mir keine Sorgen machen müssen, ob ich denn heile unten ankommen werde.“
Philipp Raimund hat sich sensationell zum Olympiasieger im Skispringen gekrönt. Der 25-Jährige siegte im Wettbewerb von der Normalschanze im italienischen Predazzo.Bundestrainer Stefan Horngacher stellte sich hinter seinen Athleten: „Es war seine Entscheidung. Das finde ich voll in Ordnung. Es ist viel schwerer, runterzugehen, als runterzuspringen. Respekt dafür.“ Auch Skisprung-Legende und ARD-Experte Sven Hannawald lobte Raimunds Mut: „Ich finde die Entscheidung absolut verständlich. Dieses Zeichen zu setzen, finde ich sensationell.“ Und weiter: „Heute ist es völlig wild. Da kannst du auch Lotto spielen.“
Am Ende wurde der zweite Durchgang tatsächlich abgesagt. Gewertet wurde nur der erste Sprung – und damit gewann der Japaner Tomofumi Naito seinen ersten Weltcup.
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