Dieser Moment veränderte die Karriere von Michael Ballack. Kurz vor der WM 2010 wurde der damalige Kapitän der Nationalmannschaft (spielte zu der Zeit für Chelsea) von Kevin Prince Boateng (damals Portsmouth) im englischen Pokal-Finale umgetreten. Die Folgen: eine schwere Fußverletzung, das Aus für die Weltmeisterschaft in Südafrika und das Ende seiner Nationalmannschaftskarriere.
In der Sky-Sendung „Meine Geschichte“ (13. März, 23.15 Uhr) mit Riccardo Basile spricht Ballack über die schwere Zeit nach der Verletzung. Die Enttäuschung beim 49-Jährigen ist immer noch zu spüren – besonders über das Verhalten des ehemaligen Bundestrainers Joachim Löw und Philipp Lahm, der Ballack damals als Kapitän der Nationalelf beerbt hatte.
Ballack auf die Frage, ob es die mental herausforderndste Zeit seiner Karriere gewesen sei: „Die damit verbundenen Monate danach, weil ich das natürlich – also ich sage es ganz deutlich – als ungerecht empfunden habe. Für mich, wie der Bundestrainer da mit mir umgegangen ist oder wie er auch nicht mit mir umgegangen ist – also eben nicht kommuniziert hat.“
„Es war kein Alleingang von Philipp Lahm!“, sagt Ballack
Löw hielt sich damals lange bedeckt, ob er Ballack noch einmal die Tür für eine Rückkehr zur Nationalmannschaft öffnen würde. Die Tür blieb zu. Diese Entscheidung teilte der Bundestrainer aber erst im Juni 2011 mit. Zudem kritisierte Löw Lahm nicht, als dieser in einem Interview erklärt hatte, dass er die Kapitänsbinde nicht mehr abgeben wolle.
Viele empfanden das als offene Revolte gegen Ballack. Löw äußerte sich nicht. Sehr zum Ärger von Ballack, der wisse, dass Löw dieses Interview auch gelesen hatte. „Es war kein Alleingang von Philipp Lahm“, so Ballack.
„Das meinte ich mit ungerecht. Das sind Werte, die ich nicht vertrete“, erklärt Ballack jetzt. „Das ist nicht passiert und das hat mich so enttäuscht (…) Man hat mir gar nicht die Chance gegeben, wieder hinzuzukommen! (…)“, ergänzt er.
„Dann gebietet es zumindest der Respekt ...“
Und weiter: „Ich hätte mir einfach eine offenere Kommunikation in Sachen von Jogi Löw gewünscht. (…) Dann gebietet es zumindest der Respekt, das, was ich geleistet habe für die Nationalmannschaft, die zehn Jahre vorher, dass man es mir ins Gesicht sagt.“
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Obwohl Ballack das Gespräch mit Löw gesucht hatte, kam es nicht zu einer Aussprache: „Für mich war das zu dem Zeitpunkt einfach enttäuschend. Ich habe das eingefordert, aber Jogi Löw ist damals ausgewichen. Er wollte sich, glaube ich, auch eine Hintertür offen lassen. Also, er hat das immer wieder aufgeschoben!“
Plante Löw damals schon nicht mehr mit Ballack? Der Ex-Kapitän vermutet: „Der Bundestrainer hat es durchlaufen lassen, wissend natürlich, was das bewirkt in der Gesamtkonstellation, und da war ich gerade mal drei Wochen, zwei Wochen verletzt. Also auch da war, glaube ich, beim Bundestrainer schon die Entscheidung gefallen.“
Das Thema beschäftigt Ballack noch heute, denn es sei nie mit Löw und Lahm aufgearbeitet worden.
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