Nach dem emotionalen Ausbruch seines Stadionsprechers droht dem 1. FC Köln eine Strafe vom Deutschen Fußball-Bund. Der DFB-Kontrollausschuss hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Erst einmal aber nicht gegen Stadionsprecher Michael Trippel, sondern gegen den Fußball-Bundesligisten - denn der ist für sein Personal verantwortlich.
„Der Kontrollausschuss leitet ein Ermittlungsverfahren ein. Angeschrieben wird hier zunächst die 1. FC Köln GmbH & Co. KGaA, da diese gemäß § 9a Nr. 1 DFB-Rechts- und Verfahrensordnung für das Verhalten seiner Mitarbeiter, Erfüllungsgehilfen, Mitglieder, Anhänger, Zuschauer und weiterer Personen, die im Auftrag des Vereins eine Funktion während des Spiels ausüben, verantwortlich ist“, teilte der DFB mit.
Trippel hatte am Samstagabend bei der 1:2-Niederlage der Kölner gegen Borussia Dortmund den Platzverweis gegen Jahmai Simpson-Pusey über die Stadionlautsprecher mit „Pfui. Widerlich“ kommentiert.
Kritik auch aus dem eigenen Verein
Und wegen eines nicht geahndeten Handspiels im Dortmunder Strafraum heizte der 71-Jährige die Stimmung im Stadion an und rief nach Spielende ins Mikrofon: „In der 95. Minute hat es ein klares Handspiel eines Dortmunders im Strafraum gegeben und das guckt sich noch nicht einmal einer an.“
Für sein Verhalten gab es bereits am Sonntag Kritik. FC-Chef Philipp Türoff nannte „solche Ausbrüche am Stadionmikrofon nicht in Ordnung“ und die Organisation der Schiedsrichter im deutschen Profifußball bezeichnete Trippels Verhalten als „inakzeptabel“.
Für Stadionsprecher gilt eine Neutralitätspflicht. Trippel selbst hat inzwischen für sein Verhalten um Entschuldigung gebeten. „Ich entschuldige mich bei denjenigen, die sich auf den Schlips getreten gefühlt haben. Die Aussagen tun mir leid“, sagte er gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Ermittlungen auch gegen Münster
Auch Zweitligist Preußen Münster droht eine Bestrafung durch den DFB. „Wegen dieses Vorfalls sowie wegen der abgebrannten Pyrotechnik wird durch den Kontrollausschuss ein Verfahren gegen Preußen Münster eingeleitet“, teilte der Verband mit.
Bei der 1:2-Niederlage des Tabellen-14. gegen Hertha BSC am Sonntag hatte Schiedsrichter Felix Bickel kurz vor der Pause auf dem Monitor am Spielfeldrand ein Strafraum-Foul des Münsteraners Niko Koulis am Berliner Michael Cuisance überprüfen wollen. Der Bildschirm blieb allerdings schwarz, weil ein Preußen-Fan kurz zuvor den Netzstecker gezogen hatte. Im Münsteraner Fanblock war kurz ein Banner hochgehalten worden, auf dem zu lesen war: „Dem VAR den Stecker ziehen.“
Nach Angaben des Vereins habe es sich dabei um eine geplante Aktion gehandelt. „Der SC Preußen Münster bedauert den Vorfall und wird alles daransetzen, den oder die Täter zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen“, hieß es.
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