Julian Nagelsmann bricht eine Lanze für Leroy Sané und erwägt, den Offensivspieler mit zur Fußball-Weltmeisterschaft zu nehmen. Der 30-Jährige könne ein ganz wichtiger Spieler für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft sein, sagte der Bundestrainer. Gab aber auch zu, dass man nie zu hundert Prozent wisse, was man Sané dann „am Ende auf dem Platz bekommt“.
Als wäre dieser Satz nicht schon ein K.-o.-Kriterium, lässt ein Blick auf Sanés Nationalmannschaftskarriere im Rückblick ein klares Ergebnis zu: Man bekommt von ihm wenig. 72 Länderspiele hat der Offensivmann bislang bestritten und an vier großen Turnieren teilgenommen: an der Weltmeisterschaft 2022 sowie den Europameisterschaften 2016, 2020 und 2024. Sein Beitrag bei diesen Ereignissen, um den es am Ende Tage ja nun mal geht, war überschaubar.
Bei keinem dieser vier großen Turniere zählte Sané zur Stammelf, niemals stand er im ersten Spiel von Beginn an auf dem Platz. Weder unter Joachim Löw, noch unter Hansi Flick, noch unter Nagelsmann. Der Rechtsaußen kommt auf genau zwölf Spiele, in denen er achtmal eingewechselt wurde, meist spät. Zudem wurde er dreimal ausgewechselt, stand also in einem Turnierspiel überhaupt nur einmal 90 Minuten lang auf dem Feld: in der EM-Vorrunde 2021 gegen Ungarn. Das Spiel in München endete mit einem enttäuschenden 2:2, der „Kicker“ benotete Sanés Vortrag mit einer 5,5.
Nun kann man aber auch als Einwechselspieler Spiele entscheiden, das gehört gerade bei Offensivspielern zur Jobbeschreibung. Doch auch da herrscht Ebbe. Sané erzielte kein einziges Turnier-Tor, und bereitete genau eines vor – das bedeutungslose 4:2 in der 89. Minute bei der WM 2022 im letzten Gruppenspiel gegen Costa Rica, als Deutschland zum zweiten Mal in Folge nach der Vorrunde die Segel strich.
Gegen Spanien zur Halbzeit raus
Bei der vergangenen EM stellte Nagelsmann Sané zweimal in die Startelf, unter anderem beim bitteren Viertelfinalaus gegen Spanien. In diesem Spiel war für Sané aber auch Feierabend, bevor es wirklich zur Sache ging. Der Bundestrainer hatte offenbar zu wenig von Sané auf dem Platz gesehen und ihn bereits in der Pause ausgewechselt.
Natürlich ist die Vergangenheit wie auf dem Aktienmarkt immer nur ein Indiz für eine Prognose, manchmal wird man überrascht. Und dennoch zählt Sané zu den prägenden Gesichtern der mittlerweile zwölf titellosen und von einigen Blamagen durchzogenen Jahre der DFB-Elf. Das tun andere Spieler auch, doch bei einem Kimmich oder Goretzka ist die Hoffnung größer, dass sie im Herbst ihrer Laufbahn vielleicht doch noch Teil der Lösung werden könnten.
Ob die Youngster Lennart Karl und Said El Mahla wirklich schon bereit für ein großes Turnier sind, weiß im Vorfeld der WM im Sommer natürlich niemand. Sie beide mitzunehmen, wäre aber ein sehr viel deutlicheres Zeichen für eine Aufbruchstimmung.
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