Torsten Lieberknecht hatte eine Botschaft. Am vergangenen Wochenende gewann seine Mannschaft in dieser Saison erstmals ein Auswärtsspiel, und der Trainer des 1. FC Kaiserslautern nahm den knappen 3:2-Erfolg bei Preußen Münster zum Anlass für eine Brandrede inklusive Gesellschafts-Kritik.
Es ging um seinen 21-jährigen Stürmer Norman Bassette, der ein Tor erzielt hatte, nachdem er sich im Vorfeld wegen einiger vergebener Tormöglichkeiten massiver Kritik ausgesetzt gesehen hatte. „Was danach auf ihn eingeprasselt ist, war wirklich eine unsägliche Kritik. Das war nicht mehr normal, sondern unter der Gürtellinie“, schimpfte Lieberknecht am vergangenen Sonntag. Was so ein junger Spieler in den sozialen Netzwerken über sich ergehen lassen müsse, dies habe „mit einer normalen Gesellschaft nichts mehr zu tun“, mahnte der 52-Jährige und diagnostizierte eine „Verrohung der Gesellschaft“.
Das kann man durchaus so sehen. Die Frage ist ja immer nur, ob man Teil der Lösung ist und welches Vorbild man selbst abgibt. Sechs Tage nach seiner Grundsatzrede fuhr Lieberknecht jedenfalls wegen eines umstrittenen Freistoßpfiffs derart aus der Haut, dass er während der Halbzeitpause erst die Gelbe und dann die Rote Karte direkt hinterher sah. Geschehen am Samstag beim Zweitliga-Heimspiel der Lauterer gegen den FC Paderborn.
Lieberknecht stürmte auf das Feld
Paderborn hatte kurz vor dem Wechsel einen Freistoß zugesprochen bekommen, den Calvin Brackelmann zur Führung der Gäste verwandelte. Für Lieberknecht war diese Entscheidung nicht hinnehmbar. Er stürmte nach dem Pausenpfiff voller Furor auf das Feld, gestikulierte wild und beschwerte sich lauthals schreiend bei Schiedsrichter Florian Exner. Was gesagt wurde, ist vorerst nicht bekannt. Es reichte dem Unparteiischen aber, den Trainer erst zu verwarnen und ihn dann vom Platz zu stellen, nachdem dieser sich trotz der Verwarnung weiter echauffiert hatte.
Am Ende verlor Kaiserslautern 1:2 (0:1) und kann seine Aufstiegsambitionen wohl abhaken. Im Gegensatz zu Hannover 96, das 1:0 (0:0) bei Arminia Bielefeld gewann. Holstein Kiel und Elversberg trennten sich beim Debüt des Kieler Trainers Tim Walter 1:1 (0:0).
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