Während der Olympischen Winterspiele hatte Vanessa Voigt Instagram gelöscht, weil sie Kritik und Hass-Nachrichten ausgesetzt war. Nun hat sich die Biathletin mit einem emotionalen Statement zurückgemeldet. Darin rechnete Voigt scharf mit den Kritikern vor den TV-Bildschirmen ab.
„Sportler/Sportlerinnen sind auch nur Menschen. Menschen, die ihr Herz draußen lassen – auf der Strecke oder in der Bahn. Die Jahre investieren für diese zwei Wochen oder teilweise für diesen einen Tag“, schrieb Voigt. „Und dann reden plötzlich alle. Menschen, die wahrscheinlich noch nie auf Ski gestanden haben. Menschen, die sich gegen Olympia in Deutschland entscheiden würden – aber in diesen zwei Wochen zu Bundestrainern jeder Sportart werden.“
Gerade die Biathleten hatten in den Olympia-Wochen viel Kritik erfahren. Nach Bronze zum Auftakt in der Mixed-Staffel blieben die deutschen Athleten in Antholz in allen weiteren Einzelrennen und Staffeln medaillenlos. Es ist die historisch schlechteste Biathlon-Bilanz. Insgesamt landete Deutschland nur auf Platz fünf im Medaillenspiegel – die Top 3 waren eigentlich das erklärte Ziel.
Nach Ansicht von Voigt kamen die Athleten in der öffentlichen Wahrnehmung zu schlecht weg. „Es wird kritisiert, bewertet, mit dem Zeigefinger auf andere gezeigt. Mehr als meckern ist es oft nicht. Selber machen? Nein danke“, sagte die 28-Jährige. Es würde sich zu sehr auf die Wettkämpfe versteift, die harte Arbeit dahinter würde aber oft vergessen. „Was viele sehen, sind diese zwei Wochen. Was viele nicht sehen, sind die Jahre dahinter. Die Tränen. Die Zweifel. Die stillen Momente“, so Voigt.
„Ich bin nicht gescheitert“, sagt Vanessa Voigt
Mit ihren eigenen Leistungen zeigte sich Voigt zufrieden, auch wenn sie nach der Medaille zum Auftakt weitere Chancen ungenutzt ließ. Im Einzel und in der Staffel standen unglückliche vierte Plätze zu Buche, im Massenstart vergab sie mit einem Fehler beim letzten Schuss eine mögliche Medaille und wurde schlussendlich Siebte. „Ich bin nicht gescheitert. Ich bin mit einer Medaille und mit ‚Blech‘ nach Hause gekommen. Ich habe alles gegeben. Und ich bin stolz – stolz auf meinen Weg, stolz auf das, was hinter diesen Momenten steckt“, sagte Voigt.
Schon während der Winterspiele hatte sie ihre Leistungen ähnlich eingeschätzt. „Klar, es sind wieder diese ewigen Themen, Laufzeit, Schießzeit, ich werde es jetzt schon wieder hören im Internet, wie es wieder drunter und drüber geht“, sagte Voigt in der ARD nach dem Einzelrennen. Aber sie habe ohne Schießfehler ihr Bestes gegeben, „ich habe im olympischen Rennen wieder meine beste Leistung ausgepackt, ich kann mir nichts vorwerfen“.
Ihrem Instagram-Post fügte Voigt einen Appell bei. „Vielleicht brauchen wir weniger Kritik – und mehr Respekt. Wir sollten anfangen, die Menschen zu unterstützen, die ihr Herz in ihren Traum stecken. Nicht nur, wenn Gold glänzt. Sondern auch, wenn es weh tut“, sagte Voigt. Sie schloss mit einer Botschaft an den Nachwuchs: „An alle jungen Athleten/Athletinnen da draußen: Ihr seid mehr als eure Ergebnisse. Mehr als jede Medaille.“
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