Laura Nolte hat ihre zweite Medaille bei den Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo gewonnen. Nach Silber im Monobob reichte es mit Anschieberin Deborah Levi diesmal im Zweierbob zum Olympiasieg. Vier Jahre nach dem Überraschungssieg in Peking blieb das Erfolgsduo eiskalt und schaffte im extra umgebauten Männer-Bob den zweiten olympischen Triumph ihrer Karriere. Es ist die insgesamt siebte Goldmedaille der deutschen Mannschaft bei Olympia 2026.

Lisa Buckwitz und Neele Schuten machten den nächsten deutschen Feiertag am Eiskanal perfekt. Das Duo gewann Silber vor der dreimaligen Olympiasiegerin Kaillie Armbruster Humphries aus den USA, die mit Jasmine Jones auf dem dritten Rang landete. Buckwitz holte nach ihrem Sensations-Gold 2018 als Anschieberin von Mariama Jamanka erstmals eine Olympiamedaille als Pilotin.

Die deutsche Ex-Weltmeisterin Kim Kalicki und Anschieberin Talea Prepens wurden mit 15 Hundertstelsekunden Rückstand auf die Medaillenränge Vierte. Besonders bitter: Schon in Peking vor vier Jahren musste sie sich mit Anschieberin Buckwitz als Vierte die Holzmedaille abholen.

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Der Gold-Fahrt folgte das Bad in der Menge: Im Zielraum wurden die Monobob-Zweite und ihre Anschieberin von den Fans gefeiert, sie hüpften und kreischten vor unbändiger Freude.

Nolte und Levi legten mit Startnummer eins schon zum Auftakt gleich einen Start- und Bahnrekord hin. Doch optimal lief die Fahrt nicht. „Ich hatte den Bügel zum Einklappen nicht schnell genug getroffen und war nicht schnell genug an den Lenkseilen. So habe ich die Kurve eins und die folgenden Kurven ein bisschen verhauen“, sagte Nolte. So konterte die 40 Jahre alte Armbruster Humphries prompt mit Bahnrekord.

Im zweiten Lauf lief es besser. So ging Nolte mit 0,18 Sekunden auf Buckwitz in den Finaltag. Auch im dritten Lauf wackelte sie nicht, fuhr erneut Bestzeit und baute die Führung aus. Die routinierte Armbruster Humphries hatte Probleme beim Einstieg und kam somit spät an die Lenkseile, was etwas Zeit kostete. So lag sie vor dem Finallauf 0,54 Sekunden auf Nolte zurück.

Vorsicht war geboten. Denn im Monobob hatte Nolte nach drei von vier Läufen auch geführt und dann Gold um vier Hundertstel gegen Elana Meyers Taylor aus den USA noch verloren.

Nachtschicht für die Mechaniker

Das sollte diesmal nicht passieren. Die Sportsoldatinnen Nolte und Buckwitz bekamen viel Zuspruch von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), der trotz der angespannten Weltlage am Freitag an der Eisbahn war. „Es ist sehr spannend und großartig, dass drei deutsche Bobs vorne liegen. Ein Großteil der Medaillen wird ja von Bundeswehr-Soldaten und -Soldatinnen geholt. Da gehört es sich doch, dass man da auch vorbeischaut“, sagte Pistorius, der live miterlebte, wie sich Nolte und Buckwitz im zweiten Lauf an Armbruster Humphries vorbeischoben.

Auch dank der Extra-Arbeit bei den Mechanikern. Nach den Männer-Rennen im Zweierbob war klar, dass auch das US-Material von Ausnahmepilotin Armbruster Humphries exzellent laufen wird. Also musste auch das letzte Hundertstel aus den deutschen Schlitten herausgeholt werden. FES-Projektleiter Bob, Enrico Zinn, ordnete nach Rücksprache mit den deutschen Pilotinnen eine Nachtschicht an, schraubte stundenlang an den Schlitten herum und tauschte nach dpa-Informationen die Frauen-Bobs im Set-up mit den Männer-Schlitten der „211“-Serie um – mit Erfolg.

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