Am Ende der wohl größten Überraschung dieser Olympischen Winterspiele 2026 stand zunächst der Unglaube über die Vorstellung des Ilia Malinin. Der tiefe Fall des Eiskunstlauf-Superstars sorgte für Sprachlosigkeit. Bei den Sportlern, den Zuschauern in der Halle – und auch TV-Kommentator Daniel Weiss.

Der 57-Jährige, selbst zweimaliger Deutscher Meister, begleitet seinen Sport seit Jahrzehnten mit Leidenschaft und Expertise für die ARD. So auch an diesem denkwürdigen Abend, an dem das Wunderkind aus den USA nach mehreren Fehlern in der Kür die olympische Goldmedaille bei den Winterspielen in Italien vollkommen überraschend verpasste.

„Das ist unfassbar“, gestand der Experte nach dem Absturz des 21-Jährigen auf Rang acht, schaffte es dann aber doch, das Geschehen gebührend einzuordnen und richtete sein Augenmerk schnell in den Schatten Malinins auf den großen Sieger des Abends.

Daniel Weiss gedenkt kasachischem Eiskunstläufer

Michail Schaidorow, Kasache und guter Freund Malininins, hatte nach dem Kurzprogramm auf dem fünften Platz gelegen. Niemand hatte ihm diesen Olympiasieg zugetraut, selbst eine Medaille schien für den XX-Jährigen außer Reichweite.

„Auf der anderen Seite feiern wir jetzt Michail Schaidorow“, leitete Weiss am Mikrofon den thematischen Wechsel ein und richtete zeitgleich zu den Kamerabildern den Blick auf den völlig konsternierten Kasachen: „Er ist Olympiasieger. Ich fasse es nicht. Ja, was ist das denn für ein Abend. Es tut mir leid für Malinin, aber Schaidorow ist der verdiente Olympiasieger. Der weiß noch gar nicht, dass er wach ist. Der denkt...“, brach Weiss ab und begann angesichts des konsternierten Gewinners zu lachen.

Ein großer olympischer Moment, wunderbar empathisch begleitet von Weiss. „Was für eine unfassbare Geschichte“, sagte er, und man konnte beinahe hören, wie er sich am Kopf kratzte: „Ich freue mich für Kasachstan. Und ich denke an Denis Ten. Der wird vom Himmel herunterschauen“, sagte er, ehe es still wurde. Weiss benötigte ein wenig Zeit, um seinen Satz zu beenden. Dann fügte er mit gebrochener Stimme an „...und glücklich sein.“

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Ten, ein kasachischer Eiskunstläufer, hatte bei den Olympischen Spielen 2014 Bronze gewonnen, war ein Sportheld in seinem Land und kam vier Jahre später auf tragische Art und Weise nach einem Raubüberfall ums Leben.

Der 25-Jährige hatte zwei Täter gestellt, die die Spiegel seines Autos stehlen wollten, geriet mit ihnen in eine Auseinandersetzung, bei der mit einem Messer am Oberschenkel verletzt wurde. Er verlor in der Folge so viel Blut, dass er Stunden später im Krankenhaus starb.

Weiss ließ die Zuschauer ein wenig allein, ließ die Bilder wirken: den enttäuschten, aber vorbildlich fairen Malinin, den geschockten Olympiasieger und den aufgelöst weinenden Japaner Shun Sato, der plötzlich Bronze gewonnen hatte. Schlusswort Weiss: „Ich glaube mit den Emotionen, auch bei mir, geben wir mal schnell zurück ins Studio.“

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