Die Belgierin Sandrine Tas verfolgte die letzten Runden von Francesca Lollobrigida noch mit einem letzten Rest Hoffnung. Die italienische Eisschnellläuferin hatte im letzten Rennen des 5.000-Meter-Wettbewerbs lange geführt, büßte nun aber immer mehr von ihrem herausgelaufenen Vorsprung auf die vor ihr gestarteten Konkurrentinnen ein.
Tas lag bei den Olympischen Winterspielen auf dem dritten Platz und flehte nach einem dramatischen Wettbewerb nun geradezu um Bronze. Schon das Ergebnis von Ragne Wiklund unmittelbar zuvor hatte sie mit einer Mischung aus Verärgerung und Enttäuschung registriert. Sie war um nur 13 Hundertstelsekunden langsamer als die Norwegerin – nach fünf Kilometern wohlgemerkt.
Und auch in ihrem eigenen Lauf war sie nur knapp gescheitert, kam nach längerer Führung nur 0,2 Sekunden hinter der Niederländerin Merel Conijn ins Ziel. Bis zur letzten Runde hatte die Belgierin noch in Führung und auf vermeintlichem Gold-Kurs gelegen.
Nun aber sollte es ganz dick für die Belgierin kommen. Denn Lollobrigida rettete sich unter großem Kampf und mit der Unterstützung der Zuschauer als Führende ins Ziel. Die Italienerin krönte sich mit ihrem zweiten Olympiasieg zur Langstrecken-Königin dieser Winterspiele. Fünf Tage nach ihrem überraschenden Triumph über 3.000 Meter gewann die 35-Jährige auch über 5.000 Meter die Goldmedaille – und Tas blieb ohne Medaille. Tränen bei Tas.
Tränen aber auch bei Lollobrigida, die nach 6:46,17 Minuten ins Ziel kam und damit zehn Hundertstelsekunden schneller als die Niederländerin Merel Conijn blieb. Wiklund blieb zum Trost immerhin Bronze. Platz eins und vier trennten gerade einmal 0,3 Sekunden. Die einzige deutsche Teilnehmerin Maira Jasch kam völlig ausgepumpt ins Ziel und belegte bei ihrem Olympia-Debüt den achten Platz.
Für Lollobrigida aber setzt sich das Olympia-Märchen bei den Heim-Spielen fort. Am vergangenen Samstag hatte die Großnichte der weltberühmten Filmdiva Gina Lollobrigida an ihrem 35. Geburtstag für das erste italienische Gold überhaupt gesorgt. Ihren Triumph feierte sie zusammen mit ihrem Sohn Tommaso, der im Mai 2023 geboren wurde. Ihm widmete Lollobrigida auch ihren ersten Olympiasieg.
Nun ließ sie Gold Nummer zwei folgen und ließ sich auf der Ehrenrunde ihr Handy reichen, nahm per Videotelefonie die ersten Gratulationen entgegen.
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