Es kehrt einfach keine Ruhe ein. Die ARD erhebt schwere Vorwürfe am Rande der Olympischen Spiele in Mailand gegen die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) und deren Präsidenten Matthias Große. Demnach warten Sportler mitunter jahrelang auf ihnen zustehende Prämien, müssen sich finanziell an Trainingslagern und Wettkampfreisen sowie der Ausrüstung beteiligen und werden nicht auf dem Laufenden gehalten, was die finanzielle Situation des Verbandes angeht.
Laut ARD betrage die „Teilnahmegebühr“, wie die selbst zu zahlenden Reisekosten bezeichnet werden, bis zu 2000 Euro. Das sei der Höchstbetrag für den Weltcup 2024 in Salt Lake City gewesen. Darüber bekamen die Sportler eine Rechnung. Wie diese allerdings zustande kam und was gegebenenfalls die Gründe für die Rechnungslegung sind, verrät der TV-Sender nicht.
Ein weiterer Vorwurf: Die Auszahlung von Prämien an die Athleten stocke. Teils jahrelang würden die Sportler auf die Gelder, die sie erlaufen haben, warten, heißt es in dem Beitrag. Um die fehlenden Gelder zu ersetzen, bis sie irgendwann fließen, hätten Erfurter Athleten in der Olympia-Saison einen Akt-Kalender erstellt, zudem habe es Crowdfunding-Aktionen gegeben, um die Saison abzusichern.
„Versprochene Prämien wurden nicht an Vereine und Sportler ausbezahlt“
Vor der ARD-Kamera wollte sich jedoch keiner der Eisschnellläufer um das 18 Jahre alte Super-Talent Finn Sonnekalb, der sich am Mittwochabend bei Olympia über die 1000 Meter mit einem enttäuschenden zwölften Platz begnügen musste, äußern. Athletensprecher Hendrik Dombek teilte dem Sender schriftlich mit: „Die aktuelle Situation im Verband stellt für viele Athletinnen und Athleten eine zusätzliche, erhebliche Belastung dar. Es besteht dringender Bedarf an einem intensiveren und regelmäßigen Austausch mit den Verbandsgremien.“
Dombek wünscht sich „ein Umfeld, das von gegenseitigem Respekt, transparenter Kommunikation und verantwortungsvollem Umgang mit Macht geprägt ist.“ Ein langjähriger Funktionär wird anonym von der ARD zitiert: „Große hat Haushaltspläne zurückgehalten, versprochene Prämien wurden nicht an Vereine und Sportler ausbezahlt, ganz viele Mitglieder hatten genug von seinem intransparenten Handeln und autoritären Führungsstil.“
Die finanzielle Lage des Verbandes soll unklar sein, so der ARD-Beitrag. Die Jahresabschlüsse für 2023 und 2024 nachzureichen, sei laut nicht namentlich genannten Funktionären nicht eingehalten worden. Fakt ist: 2024 musste der Verband laut ARD eine insolvenzrechtliche Beratung durchführen lassen. Grund: Ein „nicht durch Vereinsvermögen gedeckter Fehlbetrag“ von mehr als 288.000 Euro, ausgewiesen im Jahresabschluss 2022.
Eine Insolvenz konnte abgewendet werden. Die DESG wird jährlich mit etwa 1,5 Millionen Euro Steuergeld gefördert. „Große und DESG-Schatzmeisterin Clarissa Forster behaupteten auf den letzten Mitgliederversammlungen, der Verband sei aus dem Gröbsten heraus“, heißt es in dem Bericht.
Große sagte der „Bild“: „Ich werde mich auf einer Pressekonferenz am 26. Februar in Berlin zu allen Punkten vollumfänglich äußern.“ Warum nicht sofort, auch wenn er nicht zu den Olympischen Spielen nach Mailand reise, wollte das Blatt wissen. „Weil wir 13 Athleten vor Ort haben, die sich vier Jahre auf diese Wettkämpfe vorbereitet haben. Sie haben es verdient, in Ruhe ihre Rennen zu absolvieren. Sie können keine Unruhe gebrauchen“, so der 58-Jährige.
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