Nach Pannen des Kommentators der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele wächst beim italienischen TV-Sender Rai der interne Druck. Als Reaktion auf die Patzer von Paolo Petrecca, Sportchef der Rai, am Freitagabend kündigte die Belegschaft der Sportredaktion des Senders an, nach den Spielen drei Tage in einen Streik zu treten. Bis dahin wollen sie außerdem ihre Namen nicht mehr unter ihre Berichte und Beiträge setzen.
Petrecca hatte bei der Live-Übertragung aus dem Mailänder San-Siro-Stadion reihenweise Leute während der Show verwechselt oder nicht erkannt. Er hatte unter anderem die bekannte italienische Schauspielerin Matilda De Angelis mit US-Star Mariah Carey verwechselt. Die neben Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella stehende IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hielt er für dessen Tochter.
Eigentlich sollte der erfahrene und bekannte TV-Kommentator Auro Bulbarelli die Eröffnungsfeier für die Rai begleiten. Weil dieser aber wenige Tage vor der Show verriet, dass Staatspräsident Mattarella einen besonderen Auftritt bei der Feier als Trambahn-Passagier haben wird, wurde Bulbarelli der Job entzogen.
Bereits am Tag nach der Feier meldete sich die für Rai-Angestellte zuständige Gewerkschaft (Usigrai) und sprach von einer „Blamage“. Laut Medienberichten kritisierten die Arbeitnehmervertreter Petrecca dafür, „sich den Job selbst gegeben und dann gezeigt zu haben, völlig ungeeignet dafür zu sein“.
Der Fall Petrecca sorgt bei Olympia sogar für politische Debatten
In einer neuen Mitteilung erklärte die Gewerkschaft, Petrecca habe sowohl den Gebühren zahlenden Zuschauern als auch dem Sender selbst und allen Sport-Journalisten des Senders Schaden zugefügt. Rai-Geschäftsführer Giampaolo Rossi forderte Petrecca unterdessen auf, Verantwortung für die Vorfälle zu übernehmen. Er mahnte aber zugleich an, interne Auseinandersetzungen während der reichweitenstarken Spiele nicht in die Öffentlichkeit zu tragen.
Der Vorfall beschäftigt auch die Politik. Die Opposition erklärte, in der Rai zähle seit dem Amtsantritt der rechten Regierungschefin Giorgia Meloni politische Loyalität mehr als fachliche Kompetenz. Hintergrund ist, dass seitdem die Spitzen des Senders mit Meloni gewogenen Funktionären besetzt wurden. Zahlreiche Journalisten verließen als Reaktion darauf den Sender.
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