Julia Simon zeigte als Schlussläuferin des französischen Mixed-Teams in Antholz eine überirdische Leitung. Kein Fehlschuss, läuferisch stark. Die Gesamtweltcupsiegerin von 2023 war nicht mehr zu schlagen. Sie lief als Erste über die Ziellinie und sicherte der Mannschaft die Goldmedaille im ersten Biathlon-Wettbewerb der Olympischen Winterspiele vor den Italienern und den Deutschen.
Für die Franzosen und Julia Simon war es ein besonderer Triumph – und das liegt an Simon, die zuletzt für einen handfesten Skandal gesorgt hatte. Die 29-Jährige hatte gestanden, die Kreditkarte ihrer Teamkollegin Justine Braisaz-Bouchet und einer Physiotherapeutin geklaut und für rund 2400 Euro eingekauft zu haben. Zudem soll sie kleinere Geldbeträge entwendet haben. Die Taten sollen sich ab 2021 ereignet haben.
Olympia 2026: Julia Simon hat schweren Stand im Team
Nach den ersten Anschuldigungen bestritt sie die Vorwürfe, später knickte sie ein und gestand alles. Die Stimmung im Team war zuletzt nach Aussagen der Athletinnen im Keller, Simon wurde geschnitten. "Wir sind Wettkämpfer, es ist niemand freundlich zu mir", sagte Simon im Dezember. Weitere Dissonanzen verstärkten den Zoff in der Mannschaft. Das Opfer Braisaz-Bouchet wurde in den sozialen Medien verbal angegriffen, so dass sie sämtliche Kanäle abschaltete. Sie hatte die Affäre öffentlich gemacht. Besonders pikant ist, dass Simon ausgerechnet Braisaz-Bouchet aus dem Team verdrängte.
Simon wurde im vergangenen November vom französischen Verband für ein halbes Jahr gesperrt, fünf Monate davon auf Bewährung. Damit war der Weg zu den Olympischen Spielen für die Spitzenathletin frei. Ein Gericht verurteilte sie zu drei Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 15.000 Euro. Simon entschuldigte sich öffentlich.
"Ich habe sehr viele Emotionen", sagte die 29-Jährige nach dem Gold-Coup. "Ich fühle mich großartig, denn ich bin wieder stark genug, um eine olympische Staffel ins Ziel zu bringen."
Quellen: DPA, "Süddeutsche Zeitung", "Eurosport", "Spiegel"
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