Es ist der erste und meistens mit Spannung aufgeladene Höhepunkt jeder Olympischen Spiele, noch bevor das Großereignis überhaupt begonnen hat: Welcher Athlet darf bei der Eröffnungsfeier die Fahne tragen und somit die Delegation seines Landes beim Einlauf ins Stadion anführen? Die Ergebnisse der Wahl stehen nun fest. Wie „Bild“ vor der offiziellen Verkündung erfuhr, werden Eishockey-Star Leon Draisaitl und die siebenmalige Skisprung-Weltmeisterin Katharina Schmid als Fahnenträger-Duo die deutsche Mannschaft anführen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bestätigte das wenig später.
Draisaitl (30), der in Mailand seine Olympia-Premiere feiert, aber international ein absoluter Superstar und eine prägende Figur seiner Sportart ist. Und Schmid (29), die bereits mit 17 beim Olympia-Debüt der Skispringerinnen 2014 dabei war und jetzt ihre vierten Spiele erlebt – dekoriert bisher mit zweimal Olympia-Silber.
Die beiden treten die Nachfolge von Eisschnellläuferin Claudia Pechstein und Bob-Pilot Francesco Friedrich an, die 2022 in Peking diese Ehre hatten. „Für mich“, sagte Pechstein damals, „ist das mehr wert als alle olympischen Medaillen.“ Draisaitl setzte sich gegen die Olympiasieger Johannes Rydzek (Nordische Kombination) und Tobias Wendl (Rodel-Doppelsitzer) durch, Schmid gegen Bob-Pilotin und Peking-Olympiasiegerin Laura Nolte sowie Snowboard-Ass Ramona Hofmeister.
Seit den Spielen 2021 in Tokio geht nicht nur eine Person, sondern ein Duo als deutsche Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier voran. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte im März 2020 den Weg frei gemacht für ein gemischtes Fahnenträger-Duo. Neu ist allerdings: Schmid und Draisaitl werden nicht gemeinsam einlaufen, sondern aus logistischen Gründen mehr 400 Kilometer getrennt voneinander jeweils einen Teil des deutschen Teams mit der Fahne anführen.
Hintergrund ist, dass diese Winterspiele sehr verteilt im Norden Italiens in unterschiedlichen und weit voneinander entfernten Clustern stattfinden – und es deshalb neben der großen Eröffnungsfeier in Mailand auch parallel welche in Cortina, Predazzo und Livigno gibt. Draisaitl wird in Mailand sein, Schmid in Predazzo, wo sie Samstagabend gleich ihren ersten Wettbewerb hat.
So lief die Fahnenträgerwahl
Gewählt werden die deutschen Fahnenträger seit den Sommerspielen 2016 in Rio zur einen Hälfte von den Sportlern der deutschen Mannschaft und zur anderen Hälfte von den Fans per Online-Abstimmung. Der DOSB hatte dafür auch dieses Mal sechs Athletinnen und Athleten nominiert.
Kriterien für die Vorauswahl sind die bisherigen Erfolge, Vorbildfunktion, das Abbilden der Vielfalt des Sports sowie der Vorrang der Wettbewerbe während der Spiele. Letzteres meint: Manche Sportler fallen als Fahnenträger einfach aus, weil sie am nächsten Morgen gleich einen Wettkampf haben oder auch noch gar nicht vor Ort sind.
Während Draisaitl sein Olympia-Debüt gibt, aber seit Jahren in der besten Liga der Welt für Furore sorgt und zum bestbezahlten Eishockey-Spieler der Welt aufstieg, sind es für Rydzek bereits seine fünften, für Wendl und seinen Rodel-Partner Tobias Artl die vierten Winterspiele. Die Doppelsitzer sind mit sechs Olympiasiegen – je drei gemeinsam und drei im Teamwettbewerb – die erfolgreichsten Athleten des gesamten deutschen Teams bei diesen Spielen.
Wendl und Hofmeister gehörten bereits für die Winterspiele 2022 in Peking zur Vorauswahl. Die Raceboarderin, die bereits viermal den Parallel-Gesamtweltcup gewonnen hat, hatte sich im September das Sprunggelenk gebrochen und um ihren Olympia-Start gezittert. Dann aber kehrte sie im Januar zurück in den Weltcup – und gewann zweimal.
Schmid und Draisaitl bei beiden Abstimmungen vorn
An der Wahl beteiligten sich in der öffentlichen Online-Abstimmung dieses Mal mehr als 135.000 deutsche Fans und damit 15.000 mehr als 2022. Schmid und Draisaitl siegten beide sowohl bei der öffentlichen Wahl als auch beim internen Team-Voting.
Die 29-Jährige erhielt knapp 50 Prozent der Stimmen aus der Öffentlichkeit und 37 Prozent der Stimmen aus dem Team D. Draisaitl bekam bei den männlichen Nominierten etwas mehr als 51 Prozent der Stimmen aus der Öffentlichkeit und knapp 41 Prozent aus der Mannschaft.
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