Die Freude war groß. Bei den Spielern, für die es der fünfte Sieg im fünften Spiel des Jahres war, und natürlich auch beim Trainer. „Ein perfekter Jänner“, freute sich Christian Ilzer mit seinem österreichischen Dialekt. 3:1 (2:0) hatte seine Mannschaft von der TSG 1899 Hoffenheim gegen den 1. FC Union gewonnen – und den sportlichen Höhenflug bestätigt: 42 Punkte und Platz drei sprechen eine klare Sprache.

Hoffenheim, das den siebten Heimerfolg in Folge landete und damit den Vereinsrekord von 2017 unter dem heutigen Bundestrainer Julian Nagelsmann einstellte, hält Kurs auf die Champions League und hat bereits sechs Punkte Vorsprung auf die Europa-League-Plätze.

„Diese Saison ist es auf jeden Fall möglich, etwas Großes zu erreichen“, sagte Routinier Andrej Kramaric, der zwei Tore gegen Union erzielte: „Es ist vielleicht der beste Kader der letzten zehn Jahre. Ich genieße jeden einzelnen Moment auf dem Platz.“

Durchschnittlich 7700 Gästefans pro Spiel

Doch so sehr es die Spieler, Trainer, Betreuer und Verantwortlichen auch genießen – das Interesse mit Blick auf die teils beeindruckenden Leistungen der TSG ist derzeit überschaubar. Erneut war die heimische Arena bei Weitem nicht ausverkauft. Am Samstag kamen nur 19.341 Zuschauer, um die Partie gegen Union zu sehen – bei einem Fassungsvermögen von 30.150 blieben demnach 10.809 Plätze leer. Und unter den 19.341 anwesenden Stadionbesuchern waren auch noch 1500, die es mit dem 1. FC Union halten.

Die vielen leeren Plätze waren am Samstag nicht zu übersehen – und auch immer wieder ein Thema, so denn im ARD-Radio in der Bundesligakonferenz zum Heimspiel der TSG geschaltet wurde. Immer wieder erwähnte der Reporter die vielen nicht besetzten Plätze bzw. Reihen. Frei nach dem Motto: Die TSG sorgt sportlich für Furore, aber kaum einen interessiert es. Als die Hoffenheimer unter der Woche im 570 Kilometer entfernten Bremen das Nachholspiel 2:0 gewannen, wurden sie von nur rund 150 Anhängern begleitet.

Abonnieren Sie WELTMeister bei Spotify, Apple Podcasts oder direkt per RSS-Feed.

Und dennoch verbucht die vom Österreicher Ilzer geformte Spitzenmannschaft trotz der vielen leeren Plätze in der laufenden Spielzeit daheim ein Zuschauerplus. Im Schnitt kamen über 2000 Zuschauer mehr zu den ersten Heimpartien als in der Vorsaison. Die bislang zehn Spiele verfolgten durchschnittlich in der Hoffenheimer Arena 25.800 Zuschauer. Jedoch ist der Anteil der Gästefans nicht unerheblich.

Über 60.000 Auswärtsfahrer waren in der aktuellen Spielzeit bereits in Hoffenheim. Allein der 1. FC Köln, Eintracht Frankfurt, der HSV und der FC Bayern wurden von mehr als 10.000 Fans begleitet – zur Partie gegen den Köln kamen 15.000 Gäste-Fans, gegen den HSV und die Eintracht 12.000, gegen die Bayern 10.000. Durchschnittlich verzeichnet die TSG 7700 Gästefans pro Partie, obwohl der offizielle Gästeblock (Block D/E) nur 2866 Plätze umfasst.

Als TSG-Coach Ilzer vor der Partie gegen Union Berlin auf das mangelnde Interesse angesprochen wurde, sagte der 48-Jährige: „Wir sind sicher nicht die größte Familie im deutschen Fußball, aber wir haben eine extrem treue Anhängerschaft. Das hat man gemerkt in Phasen, in denen wir nicht erfolgreich waren. Da haben wir trotzdem eine tolle Resonanz gespürt.“ Die Fans hätten, merkte der Trainer an, „eine große Freude, wenn sie uns zuschauen. Ich bin extrem dankbar für jeden, der uns unterstützt, der positiv zu uns steht und mitfiebert“.

Am kommenden Sonntag (17.30 Uhr) treten die Hoffenheimer zum Topspiel bei den Bayern an. Man darf gespannt sein, wie viele Anhänger sie zu dieser Partie begleiten. Bislang hält sich die Reiselust der TSG-Fans in dieser Saison in Grenzen – etwas mehr als 1000 Anhänger sind im Schnitt auswärts dabei, so wenig wie bei keinem anderen Bundesligisten.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke