Trainer Alexander Blessin vom FC St. Pauli will bei der Mission Klassenerhalt nichts dem Zufall überlassen. Nach dem furiosen Punktgewinn in der letzten Minute gegen Top-Club RB Leipzig saßen beide Trainer wie gewohnt bei der Pressekonferenz nach dem Bundesliga-Spiel und sorgten mit einem launigen Wortwechsel für Lacher – trotz der für den Kiez-Club belastenden Abstiegsangst.

RB-Coach Ole Werner bedauerte nach dem späten 1:1 den verpassten Sieg. Er bekräftigte, dass der Club an einigen Themen arbeiten müsse und dann gegen Mainz am Wochenende „die drei Punkte“ holen wolle. „Das wäre gut“, fügte Blessin mit einem Schmunzeln hinzu. „Das wäre für uns beide gut“, entgegnete Werner. „Ich drücke die Daumen“, versprach Blessin.

Denn die Mainzer stehen einen Punkt vor den Hamburgern auf dem Abstiegsrelegationsrang. Vier Punkte sind es für St. Pauli auf den rettenden 15. Tabellenrang und die kriselnden Bremer. Der spät erkämpfte Zähler dank des Strafstoß-Treffers von Martijn Kaars in der dritten Minute der Nachspielzeit sorgte für etwas Selbstbewusstsein im Umfeld des Hamburger Erstligisten.

„Irgendwann brauchen wir Dreier. Aber das tut jetzt einfach mal gut, dass wir diesen Punkt dann auch mitnehmen“, sagte Blessin. „Der Punkt ist wichtig für die Moral“, sagte Leistungsträger Hauke Wahl bei Sky. „Wenn man in der 90. trifft, dann fühlt sich das ein bisschen wie ein Sieg an“.

Am Wochenende (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) treffen die Hanseaten im Auswärtsspiel auf den FC Augsburg, der fünf Punkte vor dem Kiez-Club steht und zuletzt sogar eindrucksvoll durch das 2:1 bei Bayern München dem souveränen Tabellenführer die erste Saison-Niederlage in der Liga zugefügt hatte.

St. Pauli muss sich vorwerfen lassen, dass vor allem in der ersten Halbzeit zu nachlässig mit Chancen umgegangen wurde. Vor allem der flinke Angreifer Ricky-Jade Jones ließ einige Möglichkeiten liegen. Der pfeilschnelle Engländer wirkte gedanklich oft einen Schritt zu spät bei seinen Versuchen. Die Aktionen standen symptomatisch für die abschlussschwachen Hamburger in dieser Saison.

St. Pauli mit Problemen in der Offensive

Erst 17 Treffer gelangen dem Club bislang in der Liga. Das ist gemeinsam mit dem Stadtrivalen HSV und Heidenheim Negativwert in der deutschen Spitzenklasse.

Im letzten Drittel scheiterten die Hamburger gegen Leipzig oft mit ungenauen Pässen, falschen Laufwegen und zögerlichem Verhalten vor dem Tor. „Da waren echt viele, viele Situationen, wo zum Raufen sind“, sagte Blessin in seiner schwäbischen Redensart.

„Da müssen wir halt dran üben“, sagte Blessin hinsichtlich der fehlenden Kaltschnäuzigkeit. „Dieses Zögern das ist halt manchmal in ihm“, kritisierte Blessin Jones. „Für mich ist erst einmal wichtig, dass er die Torchancen hat“, beschwichtigte der Coach dann.

Trotzdem sei es ein gutes Spiel gewesen, lobte Blessin „Viele Sachen haben gut geklappt“, sagte der Trainer und versprach sich einen „Push“ durch den furiosen Punktgewinn. Den hat das Team im schweren Auswärtsspiel bei den Augsburgern Abstiegskampfkonkurrenten nötig.

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