Domen Prevc bekam ein eindeutiges Zeichen. Der Offizielle des Weltverbandes Fis im Aufwärmraum kreuzte die Arme. Nein, Prevc darf nicht springen, so das Signal. Auch eine kurze Diskussion half nichts. Der Top-Springer nahm frustriert den Helm ab.
Zuvor spielten sich auf dem Schanzenturm in Oberstdorf völlig kuriose Szenen ab. Der Norweger Marius Lindvik saß als letzter Springer der Norweger im ersten Durchgang des Teamspringens bei der Skiflug-WM gerade auf dem Balken bereit, da rutschten plötzlich zwei Ski an ihm vorbei. Sie trafen Lindvik noch am Schuh, rutschten dann erst den Anlauf und weiter die Schanze herunter.
Schnell wurde klar: Das Material gehörte Einzel-Weltmeister Prevc, der kurze Zeit später für Slowenien springen sollte. Daraus wurde nichts. Auch wenn die Startreihenfolge zunächst geändert – Jan Hörls Sprung für Österreich wurde vorgezogen – und Prevc relativ zügig Ersatzskier gereicht bekam, durfte er nicht mehr springen.
„Es war Eigenverschulden und man konnte auch nicht warten“, klärte Fis-Materialchef Andreas Bauer in der ARD auf. Er verwies auf den andauernden Schneefall in Oberstdorf und die Anlaufspur, die permanent freigehalten werden musste. Slowenien legte Protest ein, wollte diese Darstellung des Eigenverschuldens nicht akzeptieren. Dieser wurde allerdings abgelehnt.
Prevc hat „Skier an die Zeltplane gelehnt“
Die fatale Szene spielte sich demnach oben bei der Materialkontrolle vor dem Sprung ab. „Er hat die Skier an die Zeltplane gelehnt. Er hätte die Möglichkeit gehabt, die Skier einem Mitarbeiter der Fis zu geben, der diese hält. Er hätte die Möglichkeit gehabt, den Skier in den Skihalter zu stellen. Aber er hat es an das Zelt rangelehnt. Mit dem Schneefall ist es glatt und glitschig, dann haben die Skier sich selbstständig gemacht“, sagte Bauer.
Im zweiten Durchgang der besten acht Nationen darf Prevc dennoch starten, Slowenien fehlen aber natürlich die Punkte seines Sprunges. Und es ging kurios weiter: Prevcs Teamkollege Timi Zajc ging zu Beginn des Finals zunächst von der Schanze. Es hieß zunächst, dass die Slowenen nicht mehr starten würden. Dies war jedoch ein Missverständnis, wie im Funkverkehr zu hören war – wenig später startete Zajc den zweiten Durchgang. Zur Halbzeit lag die Nation auf Rang acht. Das deutsche Quartett war Vierter.
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