Nahezu jeder deutsche Spieler, der nach dem Duell mit Serbien durch die Mixed Zone der Jyske Bank Boxen in Herning ging, war gezeichnet von einem kleinen Schock. Darüber, dass die deutsche Auswahl eine klare 17:13-Halbzeitführung noch aus der Hand gegeben hatte und nun nach dem 27:30 gehörig unter Druck steht, um überhaupt noch die Hauptrunde der Handball-Europameisterschaft in Dänemark, Schweden und Norwegen zu erreichen.
Vor allem eine Szene sorgte für Klärungsbedarf: Die unglückliche Auszeit von Bundestrainer Alfred Gislason, die mitten in das Tor von Spielmacher Juri Knorr – es wäre das 26:26 gewesen – ausgelöst wurde. Nach Ansicht der Videobilder entschieden die beiden ungarischen Schiedsrichter Adam Biro und Oliver Kiss, dass der Auslöser auf den roten Buzzer an der Seitenlinie ganz kurz vor Knorrs Treffer erfolgte. Kein Tor also, stattdessen Auszeit für die Deutschen. Es war in der 58. Minute der Tiefpunkt einer völlig miesen zweiten Hälfte aus Sicht der Deutschen.
Der Bankboss nahm nach dem Schlusspfiff immerhin direkt die Schuld auf sich: „Bei minus eins machen wir ein Tor, gerade, wo ich Time-out nehme, das ist natürlich fatal aus meiner Sicht und geht völlig auf mich“, erklärte Gislason hinterher seinen Fauxpas. Von seinen Spielern erhielt er Unterstützung. „Die Auszeit war passend zum Spiel. Aber daran hat es nicht gelegen. Das passiert“, meinte der Leidtragende Knorr.
Auch Kapitän Johannes Golla nahm seinen Trainer in Schutz. Der Kreisläufer sprach zwar von einer recht ärgerlichen Situation zwei Minuten vor Schluss, die aber nicht spielentscheidend gewesen sei. „Alfred wollte die Auszeit nehmen, bevor das Zeitspiel kommt. Da erwischt er eigentlich einen guten Moment. Dass Juri genau in dem Moment intuitiv einläuft, konnte keiner absehen. Er hat sich in der Auszeit direkt dafür entschuldigt“, berichtete Golla.
Nun droht das Aus
Und Miro Schluroff, einer der wenigen Lichtblicke bei den Deutschen, wollte die Schuld nicht allein bei Gislason suchen: „Kein Vorwurf an den Trainer, das kann immer passieren“, meinte der Halblinke vom VfL Gummersbach. Irgendwie habe die Szene in die vermaledeite zweite Halbzeit gepasst.
Nun steht Deutschland vor der schwierigen Aufgabe, im letzten Gruppenspiel gegen Spanien am Montag (20.30 Uhr, ZDF/Dyn) mit mindestens drei Toren Unterschied zu gewinnen, um das vorzeitige Ausscheiden und damit ein kleine Katastrophe noch zu verhindern. Eine Herkulesaufgabe gegen die bisherigen Tabellenführer der Staffel A. „Da müssen wir alles dransetzen, das hinzukriegen“, meinte Gislason.
„Wir wissen, dass das die maximal schwere Aufgabe ist, die wir bekommen. Bis jetzt haben sich die Spanier als die stärkste Mannschaft in dieser Gruppe gezeigt. Wir müssen die Spanier jetzt mit drei Toren Unterschied schlagen – was alles andere als einfach ist. Das müssen wir machen, wenn wir nicht rausfliegen wollen.“
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke