Stefan Kuntz hat seine Anzeige gegen Unbekannt zurückgezogen. Das bestätigte die Hamburger Staatsanwaltschaft. Zuerst hatte die „Hamburger Morgenpost“ darüber berichtet. Der bisherige Sportvorstand des Bundesligisten HSV hatte die Anzeige nach Angaben der Staatsanwaltschaft „wegen des Vorwurfs der Nachstellung“ am 12. Dezember gestellt.
„Die Zurückziehung der Anzeige hat keine Konsequenz für das Verfahren“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Da es sich um ein sogenanntes Offizialdelikt handele, würden die Ermittlungen von Amts wegen geführt.
Zuletzt waren Vorwürfe gegen den 63-jährigen Kuntz wegen eines angeblichen Fehlverhaltens im Zusammenhang mit seinem unerwarteten Abschied vom HSV Ende des Jahres bekannt geworden. Der frühere Nationalspieler hatte den Vorwürfen widersprochen. „Erst einmal möchte ich sagen, dass mich die Vorwürfe hart treffen. Klar ist: Ich weise diese Vorwürfe entschieden zurück!“, hatte es in einem Statement auf dem offiziellen Instagram-Profil des Ex-Profis geheißen.
Kuntz teilte weiter mit, er habe „im Sinne meiner Familie und aller mir nahestehenden Personen“ seine Anwälte eingeschaltet. Diese sollten laut Kuntz „gegen diese FALSCHEN Vorwürfe und Vorverurteilungen“ vorgehen.
Warum er nun die Anzeige zurückgezogen hat, ist unbekannt. Kuntz wurde über seine Anwälte für eine Stellungnahme angefragt.
Offiziell wurden bei der Kuntz-Trennung beim HSV familiäre Gründe angegeben
Am Montag hatte der HSV-Aufsichtsrat mitgeteilt, der Abschied von Kuntz stehe im Zusammenhang mit Vorwürfen wegen des angeblichen Fehlverhaltens des Europameisters von 1996. Offiziell waren bei der Verkündung der Trennung zum 31. Dezember 2025 familiäre Gründe angegeben worden.
„Der Aufsichtsrat hat gemäß seiner Verantwortung sofort nach Kenntnisnahme der Vorwürfe mit Unterstützung spezialisierter externer Anwälte die Aufklärung der Vorfälle eingeleitet“, hieß es in einer Stellungnahme des Kontrollgremiums. Es habe die Erkenntnis gegeben, „dass die Vorwürfe glaubhaft sind“ Anschließend habe man „eine schnellstmögliche Trennung“ angestrebt. Zuvor hatte die „Bild“ von Anschuldigungen gegen Kuntz berichtet. Am 2. Januar hatte der Verein verkündet, dass sich der HSV und Kuntz auf die Auflösung des Vertrages geeinigt hatten.
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