Der SC Freiburg hat sich dank Igor Matanovic erfolgreich aus der Winterpause zurückgemeldet. Die Breisgauer gewannen mit 2:1 (0:0) gegen den Hamburger SV, der weiter auf den ersten Auswärtssieg seit seiner Rückkehr in die Bundesliga wartet. Während die Breisgauer den Kontakt zum oberen Drittel halten, steckt der Aufsteiger im unteren Tabellenmittelfeld fest.
Dabei gingen die Gäste in einer turbulenten zweiten Halbzeit durch Luka Vuskovic noch in Führung (48.). Doch beinahe im Gegenzug holte Lucas Höler einen Strafstoß heraus, den Vincenzo Grifo verwandelte. Die Szene hatte noch eine weitere Auswirkung: Nicolás Capaldo sah für das Foul die Gelb-Rote Karte. Hamburg spielte fast eine Halbzeit in Unterzahl und kassierte spät das zweite Gegentor durch Matanovic (83.).
Anders als in Norddeutschland, wo wegen des Winterwetters sowohl die Partie von Werder Bremen gegen Hoffenheim als auch das Spiel zwischen dem FC St. Pauli und RB Leipzig abgesagt wurde, wurde das Duell in der ausverkauften Freiburger Arena trotz Schneefalls planmäßig angepfiffen.
Downs stürmt sofort
Schon in der Pressekonferenz vor dem Spiel hatte Trainer Merlin Polzin angedeutet, Winter-Neuzugang Damion Downs nur wenige Tage nach seiner Unterschrift beim HSV mit großer Wahrscheinlichkeit in den Kader zu berufen. Der HSV-Coach ging aber noch einen Schritt weiter und beorderte den 21-jährigen Angreifer in die Startelf. „Er ist voller Energie und Power“, meinte Polzin über den vom FC Southampton ausgeliehenen Ex-Kölner.
Das Spiel lief an Downs allerdings weitgehend vorbei. Zwar suchten ihn seine neuen Mitspieler immer wieder. Die Freiburger Abwehrspieler Philipp Lienhart und Matthias Ginter hatten den Stürmer jedoch gut im Griff.
Abonnieren Sie WELTMeister bei Spotify, Apple Podcasts oder direkt per RSS-Feed.
Auch die ersten Chancen gehörten nicht den Gästen. Eine verunglückte Flanke von Lukas Kübler flog gefährlich nahe am rechten Torpfosten vorbei (7.) und nur wenig später traf der aufgerückte Außenverteidiger aus spitzem Winkel die Latte. Die Gastgeber machten weiter Betrieb, scheiterten in Person von Höler aber auch an fehlender Kaltschnäuzigkeit (19./23.).
Die Hamburger überließen dem Sport-Club den Ball und konzentrierten sich überwiegend auf die Defensivarbeit. Und wenn sie mal den Weg nach vorn suchten, fanden Fábio Vieira und Jean-Luc Dompé mit ihren Hereingaben ihren Meister in Abwehrchef Ginter.
Freiburg erhöht in Überzahl den Druck
Acht Minuten vor der Pause musste SC-Keeper Noah Atubolu erstmals eingreifen. Nach einem Patzer von Lienhart tauchte Downs vor dem Schlussmann auf, doch Atubolu war vor dem Stürmer am Ball. Die Partie entwickelte sich mehr und mehr zu einem Geduldsspiel, in das der HSV immer besser hineinfand. Das Tempo nahm zu, die Möglichkeiten häuften sich. Allerdings behielt Atubolu bis zur Pause immer wieder die Oberhand.
Unmittelbar nach dem Wiederbeginn hatte der 23-Jährige beim Kopfball von Vuskovic das Nachsehen. Die Hamburger Führung war jedoch nur von kurzer Dauer: Grifo verwandelte den fälligen Strafstoß, Capaldo flog vom Platz.
Bei immer stärker werdendem Schneefall erhöhten die Gastgeber in Überzahl den Druck – und belohnten sich durch Matanovic. Der 22-Jährige sorgte mit dem achten Freiburger Jokertor in dieser Saison für den umjubelten Lucky Punch, auf den der HSV trotz intensiver Bemühungen keine Antwort mehr fand.
Emotionale Fischer-Rückkehr nach Berlin
Union Berlins ehemaliger Kult-Trainer Urs Fischer hat bei seiner emotionalen Rückkehr an die Alte Försterei den ersten Bundesliga-Sieg mit Mainz 05 trotz langer Führung noch verpasst. Der Schweizer musste sich mit dem Bundesliga-Schlusslicht bei den Eisernen letztlich mit einem 2:2 (1:0) und einem Punkt im Abstiegskampf zufriedengeben.
Nadiem Amiri (30. Minute) und der ehemalige Unioner Benedict Hollerbach (69.) mit seinem ersten Mainzer Bundesliga-Tor erzielten die Treffer für die Rheinhessen. Wooyeong Jeong (77.) und Danilho Doekhi (85.) konnten für die Gastgeber mit ihren Toren in einer dramatischen Schlussphase aber die Niederlage noch abwenden.
Die Unioner büßten dennoch Boden auf das obere Tabellendrittel ein. Auch der mögliche erste Sieg-Hattrick in der Bundesliga seit dem Sommer 2023 misslang – der Berliner Trainer hieß damals noch Urs Fischer. Standesgemäß war der 59-Jährige vom Union-Anhang als „Fußball-Gott“ lautstark begrüßt worden.
Ein Winken ins Publikum hier, ein Lächeln dort und natürlich die Fotografen-Traube vor dem Anpfiff vor der Nase: So begann die Rückkehr für Fischer in die Alte Försterei. Von 2018 bis 2023 hatte er die Eisernen von der 2. Liga bis in die Champions League geführt. Launig hatte der Schweizer vor der Partie am TV-Mikrofon schon vom obligatorischen Spaziergang zur Spielvorbereitung berichtet, bei dem ihm dutzendfach die Wiedersehensfreude der Menschen in Berlin-Köpenick zuteilwurde.
Und auf dem Platz? Da spielte Jae Sung Lee mit einem feinen Pass Amiri frei, der Nationalspieler bestrafte die Berliner Unaufmerksamkeit. In der zweiten Halbzeit traf erst Hollerbach gegen seinen Ex-Klub aus kurzer Distanz. Und dann schlug Union doch noch zurück. Jeong und Doekhi trafen in der großen Schlussoffensive und verhinderten einen Fischer-Coup an alter Wirkungsstätte. Oft genug hatte Union unter Fischer auf diese Weise noch Niederlagen verhindert.
Pieringers Traumtor reicht Heidenheim nicht zum Sieg
Die Ergebniskrise des 1. FC Köln setzt sich auch im neuen Fußballjahr fort. Zum Auftakt nach der Winterpause kam der Aufsteiger nicht über ein 2:2 (1:2) beim stark abstiegsgefährdeten 1. FC Heidenheim hinaus und ist damit nun schon seit sieben Bundesliga-Spielen sieglos.
Nach einem Pausen-Rückstand rettete immerhin das erst zur Halbzeit eingewechselte Toptalent Said El Mala den Kölnern das Remis (48. Minute). In der ersten Hälfte waren die Heidenheimer dank eines Traumtors von Marvin Pieringer (15.) und Julian Niehues (26.) zweimal in Führung gegangen. Pieringer traf mit dem Rücken zum Tor – halb im Fallen, halb per Fallrückzieher. Selbst seine Teamkollegen hielten sich verblüfft die Hand vor den Mund. Eric Martel hatte das zwischenzeitliche 1:1 erzielt (18.).
Den Ostalb-Klub hielten die Kölner vor dem komplizierten Heimspiel am Mittwochabend gegen den in der Fußball-Bundesliga dominanten FC Bayern München mit fünf Punkten Vorsprung immerhin auf Distanz. Der FCH hatte sich zum Neustart mehr ausgerechnet und steht am Dienstag in Mainz vor dem nächsten wegweisenden Auftritt im Abstiegskampf.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke