Dieser Kaffee dürfte dem umstrittenen Tottenham-Trainer Thomas Frank einen ganz schlechten Nachgeschmack bereitet haben. Weil der dänische Coach des Europa-League-Siegers vor dem verlorenen Spiel beim AFC Bournemouth einen Kaffee aus einem Becher mit dem Logo des verhassten Stadtrivalen FC Arsenal getrunken hat, hagelt es in den sozialen Medien Kritik.
„Ich habe es definitiv nicht bemerkt. Es wäre total dumm von mir, den Becher zu nehmen, wenn ich es gewusst hätte“, rechtfertigte sich Frank: „Es ist schon etwas traurig im Fußball, dass man mich danach fragen muss. Ich würde niemals so etwas Dummes tun.“
Hintergrund des Fauxpas ist die Tatsache, dass Arsenal am Samstag ebenfalls in Bournemouth gespielt hatte. Demnach sollen die Gäste-Teams dort immer Becher mit ihrem eigenen Vereinslogo erhalten. Offenbar waren die Utensilien beim Spurs-Gastspiel noch nicht ausgetauscht worden. Schließlich war Frank der Becher von einem Mitarbeiter gereicht worden. Dass das Spiel in der Nachspielzeit auch noch mit 2:3 verloren ging, rundete den gebrauchten Tag von Frank ab.
Dass von einigen Fans sogleich die Entlassung von Frank gefordert wird, hat nicht mit dem Becher, sondern insbesondere auch mit dem Saisonverlauf zu tun. Auch unter dem 52-jährigen Frank, der erst zu Saisonbeginn kam, spielen die Spurs weiter enttäuschenden Fußball. Der Klub liegt auf dem 14. Platz – mit mehr als 20 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Arsenal.
Alles begann mit Arsenals Umzug 1913
Der Konflikt zwischen Tottenham und Arsenal ist über hundert Jahre alt. Der Konflikt entbrannte 1913, als Arsenal von Süd- nach Nordlondon umzog – nur wenige Kilometer vom Stadion Tottenhams entfernt. Spurs-Fans sahen dies als Provokation und Eindringen in ihr Gebiet.
Ein weiterer Auslöser war die Aufnahme Arsenals in die First Division im Jahr 1919, damals die höchste Spielklasse Englands. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Liga nach vieljähriger Aussetzung neu organisiert und von 20 auf 22 Klubs erweitert.
Tottenham, zuvor auf Rang 19, musste trotz der Aufstockung in die Zweitklassigkeit. Arsenal wurde hingegen in der höchsten Liga empfangen, obwohl der Klub in der Division darunter von Platz fünf kam. Eine politische Entscheidung, ausschlaggebend war vermutlich der weitreichende Einfluss von Arsenals damaligem Vorsitzenden Sir Henry Norris.
Viele Spurs-Anhänger empfanden das als Skandal. Seit dieser Zeit ist das „North London Derby“ weit mehr als ein Fußballspiel.
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