Das bestmögliche deutsche Olympia-Eishockeyteam mit allen NHL-Topstars ist perfekt. Weil Bei den Winterspielen in Mailand in einem Monat Weltklasse-Profis wie Leon Draisaitl, Moritz Seider oder Philipp Grubauer erstmals alle zusammen für das Nationalteam auflaufen, fehlen etliche DEB-Größen der vergangenen Jahre.
„Wir werden die beste Mannschaft aller Zeiten haben. Aber die Gegner eben auch. Es ist ein guter Gradmesser für das deutsche Eishockey“, sagte Stürmer Nico Sturm von Minnesota Wild – einer von neun Nordamerika-Profis, die bei Olympia dabei sind. Zu ihnen zählt auch Tim Stützle. Der ist längst mehr als das eines der größten Talente, das der deutsche Eishockeysport hervorgebracht hat.
Mit 23 Jahren trägt er bei den Ottawa Senators Verantwortung, prägt Spiele in der besten Liga der Welt und gilt als Gesicht einer neuen NHL-Generation: schnell, kreativ, selbstbewusst. Im Interview spricht er über seine Entwicklung und die Aussichten der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen.
Frage: Herr Stützle, in einem Monat beginnen in Mailand die Olympischen Spiele. Sie sind das erste Mal dabei. Welche Kindheitserinnerungen haben Sie an Olympia?
Tim Stützle: 2018 haben wir mit der ganzen Klasse das Halbfinale Deutschland gegen Kanada (4:3) geschaut. Der Unterricht wurde extra unterbrochen. Ich bin auf die integrierte Gesamtschule in Mannheim gegangen, eine Partnerschule der Adler. Da war das möglich. Außerdem erinnere ich mich an das Finale 2010 in Vancouver, als Sidney Crosby in der Verlängerung für Kanada gegen die USA traf.
Frage: Deutschland tritt in Mailand wahrscheinlich mit etlichen NHL-Spielern an. Ist wieder eine Medaille wie 2018 möglich, als keine NHL-Spieler dabei waren?
Stützle: Wenn man sich die Kader der anderen anschaut, wird es extrem schwer, an Schweden, Finnland, USA und Kanada heranzukommen. Bei so kurzen Turnieren geht es darum, wie schnell man zusammenfindet. Wir kommen nicht über das Spielerische, sondern über die harte Arbeit. Das müssen wir so schnell wie möglich verstehen. Dann würde ich nichts ausschließen.
Frage: Sie werden das erste Mal zusammen mit Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers spielen. Wollen Sie in eine Reihe mit ihm?
Stützle: Das wird Trainer Harold Kreis entscheiden. Manchmal klickt eine Reihe sofort, manchmal nicht. Leon ist ein außergewöhnlicher Spieler. Es wird für alle cool sein, mit jemandem wie Leon in einer Mannschaft zu spielen. Alle werden von ihm lernen.
Frage: In der NHL haben Sie mit den Ottawa Senators ähnlich viele Siege wie Niederlagen auf dem Konto. Wie zufrieden sind Sie?
Stützle: Nachdem wir in der vergangenen Saison die Play-offs erreicht hatten, dachten wir, dass dieses Jahr einfacher wird. Aber das genaue Gegenteil ist eingetreten. Es wird noch schwieriger. Aber mittlerweile haben wir das verstanden.
Frage: Mit 19 Toren und 24 Vorlagen in 40 Spielen sind Sie Topscorer Ihres Teams. Außerdem gewinnen Sie 55 Prozent Ihrer Bullys, so viele wie nie. Auch 1,8 Checks pro Spiel sind so viele wie nie. Haben Sie Ihre Spielweise umgestellt?
Stützle: Ja. Mehr Checks fahren, mehr Schüsse blocken, mehr nach hinten arbeiten – das ist der Weg, wie man in der NHL Spiele gewinnt. Ich habe das vielleicht ein bisschen spät verstanden.
Frage: Können Sie in Ottawa noch unbehelligt auf die Straße gehen?
Stützle: Das ist schwer. Ich werde immer und überall angesprochen. Aber das ist ja ein Zeichen der Anerkennung. Ohne Fans würden wir kein Geld verdienen. Trotzdem bin ich auch gern zu Hause und habe meine Ruhe. Zumal der Winter hier extrem kalt ist. Da hält man sich am liebsten drinnen auf.
Frage: Was ist der ungewöhnlichste Ort, an dem Sie um ein Selfie gebeten wurden?
Stützle: Am meisten passiert das beim Essen, wenn es eigentlich nicht so gut passt. Aber auch in der Bar, an der Tankstelle oder sogar auf der Restauranttoilette wurde ich schon nach einem Selfie gefragt.
Der Text wurde für das Sport-Kompetenzcenter (WELT, SPORT BILD, BILD) erstellt und zuerst in SPORT BILD veröffentlicht.
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