In der Debatte um seine Real-Madrid-Aussage hat Bayern Münchens Jungstar Lennart Karl Rückendeckung der deutschen Fußball-Legenden erhalten. „Ich finde es gut, wenn jemand auch schon mit 17 Selbstvertrauen hat. Sich die Ziele zu setzen, hat auch gar nichts mit Überheblichkeit zu tun. Ich finde es ehrlich, aber nicht überheblich und nicht arrogant“, sagte Lothar Matthäus in seiner Sky-Kolumne. Dabei gehe es auch gar nicht immer allein ums Geld, „sondern auch mal um eine neue Herausforderung, um sich wieder aufzufrischen“.
Der 17-Jährige habe nicht gesagt, dass er in den nächsten zwei Jahren bei Real spielen wolle. „Es ist sein Traum. Träume können in Erfüllung gehen, aber dafür muss man auch arbeiten und davon würde auch der FC Bayern profitieren“, sagte Matthäus. Auch er habe Träume gehabt und hätte gerne mal für die Königlichen gespielt. Ein Wechsel des Weltfußballers von 1991 habe aber damals wegen seines Vertrags bei Inter Mailand nicht geklappt.
Lennart Karl war beim Besuch eines Bayern-Fanclubs am Wochenende gefragt worden, ob er einen Traumverein außer Bayern München habe – worauf der junge Offensivspieler mit einem Lächeln antwortete: „Natürlich ist Bayern ein sehr großer Verein. Es ist ein Traum, da zu spielen. Aber irgendwann will ich auf jeden Fall mal zu Real Madrid. Das ist mein Traumverein, aber das bleibt unter uns.“ Unter Fußballfans sorgten diese Worte für Aufsehen.
„Fußballer im mittleren Alter ist für Transfer zu Real besser geeignet“
Günter Netzer, der selbst für Real Madrid spielte, sieht die Karl-Aussage positiv. „Er hat nicht von einem schnellen Wechsel gesprochen, sondern von einem Traum. Ich finde, das Ziel Real darf man als junger Spieler durchaus haben“, sagte Netzer der „Bild“.
Gefragt nach dem besten für einen Spieler, um sich Real anzuschließen, sagte Netzer: „Das bestimmt nicht das Alter, sondern die Leistung, die man zuvor in seinem Klub gebracht hat. Den Wert für Real Madrid muss sich ein Spieler erst erwerben.“ Netzer verließ Gladbach damals als Europameister (1972) und Deutscher Meister (1970, 71). Er war 1973 als erster Bundesliga-Profi zu Real gegangen war.
Er selbst, sagte er in dem Bericht, wäre „vermutlich in Italien gelandet, wenn sie dort nicht die Grenzen für ausländische Spieler geschlossen hätten. Ein Fußballer im mittleren Alter ist für einen Transfer zu Real besser geeignet als ein zu junger. Nehmen wir das Beispiel Mbappé. Er war zum Zeitpunkt seines Wechsels der begehrteste Spieler der Welt – und die Entwicklung war noch nicht abgeschlossen“.
Nach Netzer folgte 1974 Paul Breitner nach Madrid. Später holte Real u.a. Illgner, Khedira, Özil und Kroos. Die meisten deutschen Zugänge schlugen voll ein. Ob das auch Karl gelingen könne, wurde Netzer gefragt. „Er ist ein wunderbarer Fußballer und besitzt ganz offensichtlich auch charakterliche Fähigkeiten“, sagte der 81-Jährige.
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Soweit er das beurteilen könne, führte Netzer weiter aus, „lässt er sich durch den Trubel um seine Person nicht verrückt machen. Seine Aussage bei dieser Veranstaltung sehe ich positiv. Er hat nicht von einem schnellen Wechsel gesprochen, sondern von einem Traum. Ich finde, das Ziel Real darf man als junger Spieler durchaus haben“.
Auch Real Madrids ehemaliger Spielmacher Bernd Schuster lobte den Offensivspieler für dessen Gedankenspiele: „Ich finde es toll, dass Lennart Karl das so klar geäußert hat. Man soll doch seinen Träumen nachgehen – auch als Fußballer. Ein gutes Zeichen, weil es zeigt, dass man bis an die Weltspitze gehen möchte.“ Schuster spielte von 1988 bis 1990 in Madrid, ehe er zum FC Barcelona wechselte.
Seit dieser Saison überzeugt Karl bei den Bayern-Profis, in bislang 22 Pflichtspielen trug er sechs Tore und zwei Vorlagen bei. Sein Vertrag in München gilt bis Sommer 2028. Laut der „Bild“ verlängert sich der Vertrag an Karls 18. Geburtstag am 22. Februar automatisch um ein Jahr bis 2029. Seinen Marktwert haben die Experten des Fachportals transfermarkt.de im Dezember auf 60 Millionen Euro taxiert.
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