Ab sofort ist Stefan Kuntz nicht mehr Vorstand des HSV. Der 63-Jährige hatte den Aufsichtsrat der HSV Fußball Management AG nach den Weihnachtsfeiertagen aus persönlichen familiären Gründen um eine sofortige Beendigung seiner Tätigkeit zum 31. Dezember 2025 gebeten. Das Kontrollgremium kam diesem Wunsch nach.
Kuntz, der seine Vorstandsfunktion im Mai 2024 angetreten hatte und mit dem Traditionsverein 2025 in die Bundesliga aufgestiegen war, sagte zu seinen Beweggründen: „Manchmal gibt es wichtigere Dinge als Fußball. Das ist nun bei mir der Fall. Mehr möchte ich dazu nicht sagen und bitte darum, dies zu respektieren. Dem HSV danke ich für tolle anderthalb Jahre. Ich wünsche den Teams und der gesamten Geschäftsstelle weiterhin das Beste.“
Aufsichtsratschef Michael Papenfuß dankte Kuntz im Namen des Kontrollgremiums. Zum überraschenden Abschied sagt er: „Wir haben in den vergangenen Tagen viele Gespräche geführt und sind mit Vorstand Eric Huwer und einer starken zweiten Führungsebene gut aufgestellt für die kommenden Aufgaben.“
„Sehr intensiv und kein sanfter Ausklang des Jahres 2025“
Als Rückschlag für den Aufsteiger wertet Papenfuß den Schritt von Kuntz nicht. „Nein, das sehe ich nicht so“, antwortete er auf eine entsprechende Frage: „Es ist eine Herausforderung, eine neue Situation, für die wir aber gewappnet sind. Prinzipiell gehört es zu unserem professionellen Selbstverständnis, auf mögliche Szenarien in gewisser Weise vorbereitet zu sein.“
Ob er beschreiben könne, was in den vergangenen Tagen passiert sei, wurde Papenfuß gefragt. „Was ich sagen kann: Die Zeit zwischen den Jahren war sehr intensiv und kein sanfter Ausklang des Jahres 2025“, antwortete er. Es hätten „viele Gespräche in unterschiedlichen Konstellationen stattgefunden. Bitte akzeptieren Sie, dass ich keine vertraulichen Details preisgebe. Am Ende steht: Wir entsprechen Stefans Wunsch einer vorzeitigen Vertragsauflösung und einer sofortigen Freistellung von seinen Aufgaben. Was die Gründe dafür betrifft, so respektieren wir Stefans Wunsch nach Privatsphäre vollumfänglich“.
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Die Meldung dürfte bei vielen Fans auch für Besorgnis sorgen. Zuletzt war es in Medien vor allem um die Verlängerung seines im kommenden Sommer auslaufenden Vertrags gegangen. Dabei hatte es nach außen kaum wahrnehmbare Zeichen gegeben, dass Kuntz beim Trainingsstart des Klubs am Freitag nicht mehr als Sportvorstand im Amt sein würde.
Der Rücktritt fällt jedenfalls in eine für den Klub sehr intensive Phase. Der Transfermarkt ist wieder offen, eventuelle Neuverpflichtungen stehen auf dem Programm. Außerdem startet alsbald schon wieder die Saison.
Die Mannschaft absolviert an diesem Freitag ihr Auftakttraining 2026 und startet in die Vorbereitung der ersten Spiele. Der HSV beginnt am 10. Januar auswärts beim Freiburg, ehe die Saison mit zwei Heimspielen gegen Bayer Leverkusen (13. Januar) und gegen Borussia Mönchengladbach (17. Januar) im Volksparkstadion fortgesetzt wird.
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