In seinem ersten Bundesliga-Heimspiel nach sieben Jahren hat der HSV seinen Status als Nummer eins in Hamburg gleich verloren. Der Aufsteiger unterlag im brisanten Stadtduell dem Nachbarschaftsrivalen FC St. Pauli hoch verdient mit 0:2 (0:1).

„Es gibt nichts Schlimmeres, als ein Derby zu Hause zu verlieren“, sagte HSV-Sportvorstand Stefan Kuntz, „aber insgesamt muss man fairerweise sagen, dass wir noch viel lernen müssen. St. Pauli hat verdient gewonnen.“

Adam Dzwigala (19. Minute) brachte die Kiezkicker vor der Pause in Führung. Der überragende Andreas Hountondji (60.) sorgte mit seinem zweiten Saisontreffer für die Entscheidung. In der 77. Minute waren die Gastgeber nur noch zu zehnt, nachdem Giorgi Gotscholeischwili Gelb-Rot gesehen hatte.

Mit dem ersten Derby-Sieg seit dem 14. Oktober 2022 setzte sich der FC St. Pauli mit vier Punkten nach zwei Spieltagen zumindest über Nacht an die Tabellenspitze und machte seinen besten Bundesligastart der vergangenen 30 Jahre perfekt. Das letzte Spiel der beiden sieben Kilometer entfernten Nachbarn hatte der HSV in der 2. Bundesliga im Mai 2024 mit 1:0 gewonnen.

„Dieses erste Derby war etwas Besonderes“, sagte Alexander Blessin nach seiner Premiere. St. Paulis Trainer freute sich über den Sieg: „Wir hätten es sogar schon früher klarmachen können, wenn man die Chancen sieht. Aber wir haben nie unsere Basis-Elemente verloren.“

Der Erfolg der Gäste diesmal im ersten Hamburger Stadtderby der Bundesliga seit mehr als 14 Jahren war verdient. Sie wirkten spielerisch reifer und abgeklärter. Das neu formierte Team des HSV benötigt hingegen noch Zeit und Geduld, um in der Bundesliga anzukommen.

Die 57.000 Zuschauer im ausverkauften Volksparkstation sorgten für eine atemberaubende Derby-Atmosphäre. Jedes erfolgreiche Tackling, jedes gelungene Dribbling, jeder herausgeholte Einwurf ihrer Teams wurde von den jeweiligen Fans frenetisch gefeiert.

Auf dem Rasen gingen beide Mannschaften vom Anpfiff weg intensiv zur Sache - Nickeligkeiten inbegriffen. Sowohl HSV-Trainer Merlin Polzin als auch sein Kollege Alexander Blessin vertrauten den gleichen Startformationen wie zum Auftakt in Mönchengladbach (HSV) und gegen Borussia Dortmund (FC St. Pauli), wo beide Teams zu Unentschieden kamen.

In der Anfangsphase fand das Spiel vor allem im Mittelfeld statt. Nach gut einer Viertelstunde erspielte sich der FC St. Pauli ein Übergewicht. Der HSV hatte in der Offensive nichts entgegenzusetzen. Die spielerischen Mängel wurde wie schon in der Vorbereitung offengelegt.

Mit der ersten Torchance die St. Pauli-Führung

Mit dem ersten Torschuss gingen die Kiez-Kicker dann auch gleich in Führung. Nach einem Eckball setzte sich Dzwigala gegen HSV-Mann Miro Muheim durch und ließ Torhüter Daniel Heuer Fernandes keine Chance.

Wenig später hatten die Gastgeber Glück, als Schiedsrichter Christian Dingert eine Rangelei beim Laufduell zwischen HSV-Verteidiger Jordan Torunarigha und Hountondji gegen den St. Pauli-Stürmer wertete. Hountondji wäre sonst durch gewesen. Kurz vor der Pause vergab Mathias Pereira Lage (41.) die Chance zum 2:0.

Nach der Pause setzte der HSV zunächst einige Impulse nach vorn. Und sah sich nach vier Minuten schon belohnt. Doch der vermeintliche Ausgleichstreffer durch Ransdorf Königsdörffer (49.) wurde nach Videobeweis wegen einer hauchzarten Abseitsstellung des Schützen zurückgenommen. Vier Minuten später musste St. Pauli-Torwart Nikola Vasilj nach einem Muheim-Freistoß erstmals ernsthaft eingreifen.

In der 56. Minute brachte Polzin die HSV-Sturmhoffnungen Yussuf Poulsen und Jean-Luc Dompé. Doch auch sie schafften nicht die Wende. Vielmehr kam St. Pauli zum zweiten Treffer. Nach Klasse-Pass von Joel Fujita lief Hountondji allein auf Heuer Fernandes zu und vollendete aus spitzem Winkel. Als Gotscholeischwili vom Platz musste, kamen die Gäste in Überzahl zu weiteren Chancen, konnten diese aber nicht nutzen.

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