Das deutsche Aufgebot für die Leichtathletik-WM in Tokio ist so gut wie komplett. Insgesamt 77 Athletinnen und Athleten dürfen sich auf die Wettkämpfe in Japan freuen. Vielleicht werden es sogar noch mehr, wenn die Nachrücker-Plätze vergeben werden.
Knapp zwei Wochen vor den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Tokio hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) 49 weitere Starter bekannt gegeben. Mit dabei sind unter anderem bekannte Namen wie Zehnkampfstar Leo Neugebauer, Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen in Paris, 100-Meter-Läufer Owen Ansah und Hochspringerin Christina Honsel. Laut DLV-Mitteilung werden nach aktuellem Stand 77 deutsche Athletinnen und Athleten am Jahreshighlight teilnehmen.
Der formstarke Speerwerfer Julian Weber, der beim Diamond-League-Finale in Zürich zuletzt seine eigene Weltjahresbestleistung verbesserte, Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Ogunleye und Weitsprung-Star Malaika Mihambo hatten bereits zuvor als Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Titelkämpfe in Japan (13. bis 21. September) festgestanden.
Eventuell könnte sich das deutsche Aufgebot noch einmal vergrößern. Wie der DLV erklärte, könnten einige letzte Startplätze noch vergeben werden, wenn der Weltverband World Athletics die Nachrücker bekannt gibt. Dazu müssen die Abmeldungen der bereits über die Weltrangliste Qualifizierten abgewartet werden.
Für Schlagzeilen hatte in den vergangenen Tagen vor allem der verpflichtende Gentest für Frauen gesorgt, den der Weltverband World Athletics (WA) kurz vor der WM eingeführt hat. WA-Präsident Sebastian Coe berichtete allerdings von "überwältigender Unterstützung" bei der Umsetzung. Der Verband testet auf das SRY-Gen, das Teil des Y-Chromosoms ist und die Entwicklung männlicher Merkmale bewirkt. Ende Juli hatte World Athletics bekannt gegeben, dass sich künftig alle Athletinnen einem solchen Test unterziehen müssen. Nur wer ein negatives Testergebnis verbucht, ist demnach berechtigt, in der Frauenkategorie an Weltranglistenwettbewerben teilzunehmen.
Inzwischen hätten über 90 Prozent der Starterinnen in Tokio den Test absolviert, sagte Coe. Mit Blick auf die Kritik an den eingeführten Teste erklärte der 68-Jährige: "Wir führen keine Geschlechtertests durch. Wir verifizieren die weibliche Biologie." Auch ginge es "nicht um genetische- oder DNA-Informationen", betonte der Olympiasieger von 1980 und 1984 über die 1500 Meter.
An den Tests hatte zuletzt unter anderem die Tokio-Olympiasiegerin im Weitsprung, Malaika Mihambo, Kritik geäußert: "In kürzester Zeit alle Athletinnen weltweit zu Gentests verpflichten zu wollen, ist juristisch fragwürdig, ethisch heikel und wissenschaftlich verkürzt", sagte sie. Auch der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) äußerte sich kritisch zur Einführung und zum Ablauf.
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