Die kalte Jahreszeit beginnt. Gerade jetzt kann eine Tasse Tee einen wohltuenden Effekt auf Körper und Geist haben. Für Teetrinker gibt es nun gute Nachrichten: Regelmäßiges Teetrinken könnte das Herz und die Blutgefäße schützen.
Für diese Erkenntnis untersuchten chinesische Wissenschaftler die Daten von etwa 500.000 Menschen der China Kadoorie Biobank. Die Probanden waren zwischen 30 und 79 Jahre alt und wurden über neun Jahre medizinisch begleitet. Die Studie dazu wurde kürzlich im Fachmagazin „Journal of Internal Medicine“ veröffentlicht.
Die Forscher stuften Personen als „gewohnheitsmäßige Teetrinker“ ein, wenn sie an mindestens drei Tagen die Woche Tee tranken. Das traf auf etwa 30,5 Prozent der Studienteilnehmer zu. Tatsächlich ging regelmäßiger Teekonsum mit einem um elf Prozent niedrigeren Risiko für Gefäßerkrankungen einher.
Bei genauerer Betrachtung einzelner Krankheiten zeigten sich Unterschiede. So war das Risiko für einen ischämischen Schlaganfall bei Teetrinkern um rund 36 Prozent verringert. Bei einem ischämischen Schlaganfall entsteht ein Blutgerinnsel im Gehirn.
Das Risiko für einen akuten Herzinfarkt sank um 17 Prozent, für atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 13 Prozent und für andere Gefäßerkrankungen im Gehirn um 52 Prozent.
Warum Sorte, Temperatur und Stärke zählen
Die Forscher schreiben in ihrer Studie, dass es darauf ankommt, wie der Tee getrunken wird. Schwarztee zeigte in dieser Untersuchung eine stärkere Schutzwirkung gegenüber Gefäßerkrankungen als Grüner Tee.
Eine Erklärung dafür könnte sein, dass die im Schwarztee enthaltenen spezifischen Fermentationsprodukte wie Theaflavine entzündungshemmend und lipidregulierend wirken. Lipidregulierend bedeutet, dass Fette wie Cholesterin im Blut auf den Normalwert gesenkt werden.
Wichtig: Der Tee sollte nicht brühend heiß getrunken werden. Denn sehr heißer Tee kann thermische Reizung und Entzündungsprozesse im Gewebe auslösen, schreiben die Forscher. Vielmehr sollte der Tee warm oder heiß konsumiert werden.
Was die Stärke des Tees betrifft, empfehlen die Autoren der Studie, starken Tee zu vermeiden, da eine hohe Koffeinbelastung dem gefäßschützenden Effekt der Polyphenole entgegenwirken kann. Polyphenole wirken antioxidativ und entzündungshemmend.
Doch wie viel Tee ist am besten für das Herz? Der beste Effekt sei bei einer Menge von sechs bis acht Tassen Tee pro Tag zu erkennen, so die Forscher. Sie merken außerdem an, dass besonders Menschen mit Adipositas und genetischer Vorbelastung für Gefäßerkrankungen von den gesundheitlichen Effekten von Tee profitierten.
Doch die Studienergebnisse beweisen keine Kausalität zwischen Ursache und Wirkung. Dell Stanford ist leitende Ernährungsberaterin der British Heart Foundation und rät zur Vorsicht bei der Bewertung der Ergebnisse: „Es beweist aber nicht, dass die tägliche Tasse Tee das Herz schützt. Es handelte sich um eine Beobachtungsstudie, und andere Unterschiede in Ernährung und Lebensstil der Teilnehmer könnten die Ergebnisse ebenfalls erklären.“
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