Gut und genug schlafen: Das ist nicht nur wichtig, um ausreichend Energie für den Alltag zu haben, sondern auch für unsere Herzgesundheit. Schlafmangel kann nämlich auf Dauer das Risiko erhöhen, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, wie die Deutsche Herzstiftung erklärt.

Bekommen wir nicht genug Schlaf, wird der Körper bei seinem nächtlichen Reparaturprogramm gestört. Mit Folgen: Es erhöht sich die Menge an aggressiven Sauerstoffverbindungen, sogenannten freien Radikalen. Sie greifen Zellen und Gewebe an, sodass es zu schwelenden Entzündungen kommt.

Mit der Zeit können diese Entzündungen Schäden an der zarten Innenschicht der Blutgefäße anrichten, wie die Experten der Deutschen Herzstiftung erläutern. Das begünstigt eine sogenannte Arteriosklerose, bei der sich Blutfette, Blutgerinnsel und Kalk in den Gefäßwänden ablagern. Genau das wiederum ist die wichtigste Ursache für gefährliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte, Herzschwäche und Schlaganfälle.

Auch nächtliche Atemaussetzer bedeuten Stress für das Herz. Betroffene fühlen sich bei einer sogenannten Schlafapnoe tagsüber wie gerädert, weil sie nachts bis zu 300-mal durch Atemaussetzer kurz aufwachen. Das bedeutet für den Körper eine ständige Ausschüttung von Stresshormonen und einen Blutdruckanstieg.

Dabei können bestimmte körperliche Funktionen leiden. Eine aktuelle Übersichtsarbeit ergab, dass Männer mit einer Schlafapnoe deutlich häufiger unter Erektionsstörungen leiden als Männer ohne die Schlafstörung. Die Analyse wurde im Nature-Fachmagazin „International Journal of Impotence Research“ veröffentlicht.

Demnach litten zwischen 60 und 70 Prozent der Männer mit Schlafapnoe an einer erektilen Dysfunktion. Bei Männern ohne Schlafapnoe waren je nach Studie nur bis zu einem Drittel betroffen.

Die Forscher betonten, dass sich aus ihren Daten kein kausaler Zusammenhang ableiten lässt. Doch je häufiger die Atemaussetzer auftraten und je tiefer der nächtliche Sauerstoffgehalt im Blut abfiel, desto schwerer waren die Erektionsprobleme.

Drei der Studien untersuchten auch die Behandlung mit einer CPAP-Therapie. Bei dieser hält eine Atemmaske die Atemwege während des Schlafs offen. Die Teilnehmer aller drei Studien berichteten über eine signifikante Verbesserung der erektilen Funktion nach Therapiebeginn. Eine der Arbeiten mit 126 Teilnehmern ergab, dass die Funktionsstörung in 42 Prozent der beobachteten Fälle sogar komplett verschwand.

Wer von seinem Bettnachbarn also auf Schnarchen und regelmäßige Atempausen in der Nacht angesprochen wird, lässt das besser ärztlich abklären – und behandeln. Denn: „Eine unbehandelte Schlafapnoe erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Herzschwäche und Schlaganfall und verkürzt die Lebenserwartung“, so Anhil-Martin Sinha aus dem wissenschaftlichen Beirat der Herzstiftung.

Doch wie viel Schlaf sollte man anpeilen? Die Herzstiftung verweist auf die Studienlage: Kommt man demnach langfristig auf weniger als fünf Stunden oder auf mehr als neun Stunden, ist das allgemeine Erkrankungsrisiko erhöht. „Es wird daher für Erwachsene mittlerweile eine Schlafdauer von durchschnittlich sieben Stunden pro Nacht empfohlen“, sagt Sinha.

Wer sich zu den schlechten Schläfern zählt, kann oft schon mit kleinen Anpassungen nachsteuern. Sinnvoll ist, stets (auch am Wochenende) bei ähnlichen Einschlaf- und Aufwachzeiten zu bleiben, sie also um maximal 30 Minuten zu variieren. Die Herzstiftung verweist auf Studien, wonach regelmäßige Schlafenszeiten für die Herzgesundheit bedeutsam sein können – vor allem, wenn die Schlafdauer knapp ausfällt.

Auch feste Abendrituale wie Entspannungsübungen, Meditation oder Lesen können dabei helfen, besser zur Ruhe zu kommen. Regelmäßiger Sport trainiert nicht nur das Herz-Kreislauf-System, sondern kann den Schlaf ebenfalls verbessern. Zu spät am Tag peitscht die Aktivität aber eher auf, anstatt den Körper herunterzubringen. Tipp: Das Training auf die Zeit vor 18 Uhr legen.

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