Eine Entdeckung, die an die Everglades in Florida erinnert. In Wasserburg am Inn ist eine Äskulapnatter nachgewiesen worden – eine streng geschützte und in Bayern stark gefährdete Schlangenart. Das ungiftige Tier zähle zu den seltensten Reptilien Deutschlands, teilte das Landratsamt Rosenheim mit.

Entdeckt wurde die Schlange bei einer naturkundlichen Beobachtung im Stadtgebiet nahe des Inns. Unklar ist den Angaben zufolge, ob die Schlange dort mittlerweile natürlich vorkommt, aus bekannten Vorkommen eingewandert ist oder möglicherweise ausgesetzt wurde. Das soll nun untersucht werden.

In Bayern sind stabile Vorkommen bisher vor allem aus dem österreichischen Grenzgebiet bei Burghausen bekannt. Ein Nachweis im Raum Wasserburg sei „außergewöhnlich“ und werfe Fragen zur Herkunft des Tieres auf, erläuterte das Landratsamt. Experten schließen demnach nicht aus, dass klimatische Veränderungen eine Ausbreitung der Art begünstigen können.

Aus Sicht des Naturschutzes sei der Fund von großer Bedeutung, sagte der Biodiversitätsberater des Landratsamts, Jonas Garschhammer. Der Fund könne als Hinweis auf Lebensraumstrukturen entlang des Inns gewertet werden. Das Landratsamt bat, Sichtungen zu melden.

Die Äskulapnatter (Zamenis longissimus) gilt als größte heimische Schlangenart Mitteleuropas und kann bis zu zwei Meter lang werden. Typisch sind ihre olivbraune Färbung und ihr ruhiges Verhalten.

Für Menschen ist die Schlange laut Experten ungefährlich. Durch das Einspreizen ihrer Schuppen kann sie besonders gut klettern und sogar senkrechte Baumstämme erklimmen. Deshalb gilt sie als einzige „Baumschlange“ Mitteleuropas.

Wenn Sie nun denken, das Tier wäre Ihnen bereits mehrere Male entgegengeschlängelt: Ihren Namen verdankt die Äskulapnatter dem griechischen Heilgott Asklepios, dessen von einer Schlange umwundener Stab als Symbol für Medizin und Apotheken bekannt ist.

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