Im Norden von Ägypten haben Paläontologen einen Ahnen der Menschenaffen entdeckt – und damit auch von uns Menschen. Masripithecus moghraensis lebte vor 17 bis 18 Millionen Jahren und ist vermutlich der jüngste bekannte Vorfahre der Menschenaffen, wie das internationale Forschungsteam im Journal „Science“ schreibt. Überraschend ist der Fundort: Die Art lebte nicht in Ostafrika, sondern im östlichen Nordafrika.
Zu den Menschenaffen im weiteren Sinne (Hominoidea) zählen neben Menschen, Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans auch die deutlich kleineren Gibbons. „Wenn wir den frühen Stammbaum der Menschenaffen genau betrachten, wird klar, dass etwas fehlt“, sagte Studienleiter Hesham Sallam von der nordägyptischen Mansoura University. „Und Nordafrika enthält dieses fehlende Glied.“
Feldlager der Mansoura University Vertebrate Paleontology Center während der AusgrabungenAm Fundort Wadi Moghra in der Qattara-Senke wurde nun ein Unterkiefer sowie einige Zähne entdeckt, die vermutlich von einem einzelnen Individuum stammen. Die Analyse deutet darauf hin, dass Masripithecus sich von Früchten ernährte, aber mit seinen großen Backenzähnen auch Nüsse und Samen knacken konnte. Das Gewicht des Individuums, bei dem es sich wohl um ein männliches Tier handelt, schätzt das Team auf etwa 21 bis 28 Kilogramm.
Illustration von Masripithecus moghraensisBisher stammten solche Funde von frühen Menschenaffen vor allem aus Ostafrika – insbesondere aus Kenia und Uganda. Die nun entdeckte Art ähnelt den heutigen Menschenaffen besonders stark. Der letzte gemeinsame Ahne von Gibbons (Hylobatidae) und den Menschenaffen im engeren Sinne (Hominidae) lebte vor spätestens 16 Millionen Jahren, wie David Alba und Júlia Arias-Martorell von der Universität Barcelona in einem „Science“-Kommentar schreiben. Etwa um diese Zeit könnten sich auch die ersten Vertreter dieser Gruppe nach Eurasien ausgebreitet haben.
Die Studie deute darauf hin, dass man bisher möglicherweise in der falschen Region nach den frühen Vertretern der Menschenaffen gesucht habe, schreiben Alba und Arias-Martorell weiter.
Das betonte auch Co-Autor Erik Seiffert von der University of Southern California in Los Angeles: „Während meiner gesamten Karriere hielt ich es für wahrscheinlich, dass der gemeinsame Ahne aller heutigen Menschenaffen in oder um Ostafrika lebte“, sagte der Paläontologe. Die neue Entdeckung rüttle jetzt an dieser Idee.
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