Jetzt im Frühjahr beginnen auch die Springbrunnen wieder zu sprudeln. Oft sind sie markantes Wahrzeichen einer Stadt und beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen. An heißen Sommertagen erfüllen sie aber noch eine andere wichtige Funktion: Sie verbreiten erfrischende Kühle. Doch Forscher der Ocean University of China warnen nun im Fachmagazin „Carbon Research“ vor Gefahren durch diese öffentlichen Wasserspiele und Fontänen.
In fast jeder Stadt der Welt gibt es solche Anlagen, die jedes Jahr Hunderte Millionen, wenn nicht gar Milliarden Menschen anlocken. Und diese Besucher würden nicht einmal ahnen, welchem Gesundheitsrisiko sie sich damit möglicherweise aussetzen, heißt es in dem Bericht.
Moderne Springbrunnen verfügen über Hochdrucksysteme, mit denen das Wasser fein zerstäubt werden kann, schreiben die Forscher. Werde dabei unzureichend aufbereitetes Wasser oder Regenwasser genutzt, könnten in den winzigen Tröpfchen Krankheitserreger wie etwa Legionella oder E. coli enthalten sein.
Wird dieser Sprühnebel eingeatmet, drohen Infektionen wie etwa die lebensgefährliche Legionärskrankheit, die sich nachweislich über Wassertröpfchen und Sprühnebel ausbreitet. Als Beispiel führen die Forscher einen Ausbruch im vergangenen Jahr in New York an.
Auch Schadstoffe wie die Ewigkeitschemikalie PFAS könnten sich in höheren Konzentration in den feinen Tröpfchen anreichern. Hinzu komme, dass Hitze und UV-Licht Schadstoffe in noch gefährlichere Substanzen umwandeln können, die dann ebenfalls mit den Mikrotröpfchen eingeatmet werden.
„Spielwasser“ kennzeichnen
Vor allem Kinder seien gefährdet, da sie häufig im Sprühnebel spielen, schreiben die Forscher. Dadurch haben sich auch eher Hautkontakt mit den potenziell kontaminierten Wasser als Erwachsene. Hautausschläge bis hin zu schweren Atemwegsinfektionen können die Folge sein.
Wasserspiele und Fontänen werden vor allem dort zu gefährlichen Keim- und Giftschleudern, wo kein sauberes Trinkwasser verwendet wird, heißt es in dem Bericht. Grund dafür seien meist Wassersparmaßnahmen.
Angesichts des Klimawandels wird gerade auch der Bedarf an kühlendem Sprühnebel in Städten in Zukunft eher noch steigen und die Nachfrage nach entsprechenden Anlagen weiter zunehmen. Derzeit, so heißt es im Bericht, wachse der Markt um jährlich 3,5 Prozent.
Die Forscher mahnen daher dringend Maßnahmen zum Gesundheitsschutz an. Dazu gehören strenge und regelmäßige Kontrollen der Wasserqualität. Unbedenkliches „Spielwasser“ für Kinder sollte speziell kennzeichnet werden.
So wie die Wasserqualität an Binnenseen und Meeresstränden regelmäßig überprüft wird, könnte auch bei stark frequentierten Wasserspielen und Fontänen eine systematischere Überwachung dazu beitragen, Gesundheitsrisiken zu minimieren.
In Deutschland unterliegen öffentliche Trinkbrunnen, die als „Durstlöcher“ an heißen Tagen dienen, der Trinkwasserverordnung und müssen regelmäßig auf mögliche Keime und Schadstoffe untersucht werden. Für reine „Zierbrunnen“ wie Wasserspiele und Fontänen dagegen gibt es keine gesetzlichen Vorgaben.
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